Ermittlungen

Berliner Polizei fordert nach Randale Videos an

Zwölf Beamte bei Unions Testspiel in Stockholm verletzt

Die Vorfälle, die am Sonnabend in der 73. Spielminute zum Abbruch des Tests bei Djurgården IF in Stockholm führten, beschäftigen den 1. FC Union auch zu Beginn der Woche. Mit Hilfe der Überwachungsvideos aus der Fußballarena sollen die Täter nun von Polizei und Verein identifiziert werden.

Die am Montag aus Stockholm übermittelte Bilanz sorgte beim 1. FC Union für neue Ratlosigkeit. Bei den gewalttätigen Tumulten beim Testspiel zwischen dem schwedischen Fußball-Erstligisten Djurgården IF und dem Berliner Zweitligisten wurden zwölf Polizisten verletzt. Nach Angaben der Stockholmer Polizei bekam ein Polizist eine Flasche ins Gesicht, neun Beamte erlitten Hörschäden durch Knallkörper. Auch ein deutscher Fan sei verletzt worden.

Das Spiel war am Sonnabend in der 73. Minute beim Stand von 1:1 abgebrochen worden, nachdem Anhänger beider Klubs wiederholt Pyrotechnik gezündet hatten und auf den Platz gestürmt waren. Am späten Abend hatten sich die Tumulte im Zentrum von Stockholm fortgesetzt. Hunderte Menschen lieferten sich vor einer Kneipe eine Schlägerei. Zu Festnahmen kam es nach Angaben der Polizei aber nicht.

Den 1. FC Union lässt das Thema nicht los. Der Klub arbeitet kontinuierlich daran, die Täter zu identifizieren. Dabei wird viel Hoffnung auf die Sichtung von Fotos und Videomaterial gesetzt. Nach einem Bericht der schwedischen Tageszeitung „Aftonbladet“ soll die Tele2 Arena, in der das Spiel stattfand, über 475 Überwachungskameras verfügen. Das Landeskriminalamt bemüht sich darum, Videomaterial von den schwedischen Kollegen zu bekommen und dieses zu sichten, sagte am Montag ein Sprecher der Berliner Polizei. Zwei szenekundige deutsche Beamte seien in Stockholm mit im Einsatz gewesen.

Parlament diskutiert Fangewalt

In einer länger geplanten Sitzung diskutierte auch der Innenausschuss das Thema „Gewalt im Berliner Fußball“. Dabei kritisierten Polizei und der Fußball-Verband in Berlin gewalttätige und kriminelle Fans. Allerdings sei die Zahl der Straftaten bei Spielen von Hertha BSC in den vergangenen Jahren zurückgegangen, sagte Hans-Ulrich Hauck. Der Leiter der für das Olympiastadion zuständigen Polizeidirektion 2 war bereits vor einer Woche beim bundesweiten Fankongress in Berlin aufgetreten und hat den Dialog mit den Anhängern gesucht.

Zum Bundesligastart sorgten neben den randalierenden Union-Fans in Schweden auch Anhänger von Hertha BSC für Schlagzeilen. Am Montag wurde bekannt, dass die Bundespolizei 25 Berliner Fußballfans in Frankfurt/Main an der Weiterreise ins Stadion der Eintracht gehindert hat. Die Anhänger hätten bereits auf dem Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe Pyrotechnik gezündet. Von dort seien sie von Bundespolizeibeamten auf der Fahrt nach Frankfurt begleitet worden. Bei einer Durchsuchung im Bahnhof sei weitere Pyrotechnik gefunden worden. Gegen die Anhänger wurden Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz eingeleitet.