Weltcup

Neureuther siegt in Kitzbühel, Höfl-Riesch will die Fahne tragen

Felix Neureuther genoss seinen achten Weltcup-Triumph beim Slalom im Flutlicht von Kitzbühel mit geschlossenen Augen.

„Es ist immer was Besonderes, hier zu gewinnen. Im zweiten Durchgang war ich so knapp dran, dass ich ausscheide. Es war verrückt, so viele Schläge. Aber ich habe es geschafft“, sagte der 29-Jährige zwei Wochen vor Olympia. Nachdem Neureuther im überaus schwierigen ersten Lauf „gut runtergestolpert“ war, setzte er im zweiten Durchgang vergleichsweise auf Sicherheit und rettete 0,57 Sekunden auf den Norweger Henrik Kristoffersen ins Ziel. Dritter wurde Patrick Thaler aus Italien. Weltmeister Marcel Hirscher (Österreicher) schied in Führung liegend aus. „Die Sicht ist brutal, die Kurssetzung ist extrem und die Piste schlecht. Das alles macht es für mich zum sicher mit Abstand schwierigsten Slalom in Kitzbühel, den ich jemals hier gefahren bin“, sagte Neureuther, der sich am Ende auch über 70 000 Euro freuen durfte.

Olympia kann für ihn kommen – Erwartungshaltung hin oder her. „Umso mehr Druck, umso besser ist es eigentlich, umso emotionaler wird es – und solche Herausforderungen sucht eigentlich jeder Sportler“, betonte Neureuther. Zum dritten Mal startet er bei Winterspielen – nie waren seine Medaillenchancen so gut wie diesmal.

In Topform ist auch Maria Höfl-Riesch. In Cortina d’Ampezzo triumphierte sie zum dritten Mal in dieser Saison in der Abfahrt – o,31 Sekunden vor Tina Weirather aus Liechtenstein, 0,75 Sekunden vor Nicole Schmidhofer aus Österreich. Sotschi sind für die Olympiasiegerin die letzten Winterspiele, und da hätte Höfl-Riesch große Lust auf den Job als Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier. „Ich würde das natürlich total gerne machen, das wäre eine Riesen-Ehre“, sagte die 29-Jährige. Sie werde sich aber nicht aufdrängen. „Es gibt ja einige, die schon sehr erfolgreich waren, einige, die auch ihre letzten Spiele machen – wie mich. Aber: Schaun mer mal.“ Eine Kandidatin ist Eisschnellläuferin Claudia Pechstein (Berlin), die ihre sechsten Spiele erlebt.