Vereinswechsel

Keine Lust auf Abenteuer

„Iron Maik“ Franz wird bei Herthas Profis aussortiert. Ein Angebot aus den USA lehnt er aber ab

Kürzlich hat Maik Franz Gewissheit bekommen. Der 32 Jahre alte Innenverteidiger wird aller Voraussicht nach kein Spiel mehr im Profiteam von Hertha BSC bestreiten. „Wir haben ein offenes Gespräch über seine Zukunft geführt“, sagte Herthas Manager Michael Preetz. Keine einzige Minute hatte Franz in der Bundesliga-Hinrunde auf dem Feld gestanden – meistens saß er nicht einmal auf der Ersatzbank. Nur beim DFB-Pokalspiel in Kaiserslautern, als die Berliner in der zweiten Runde ausschieden, durfte der Routinier spielen. Dass sich Franz auch für die am Sonnabend in Frankfurt beginnende Rückrunde keine großen Hoffnungen zu machen braucht, teilte ihm Trainer Jos Luhukay mit.

Wie aber geht es weiter? Franz besitzt bei Hertha noch einen Vertrag bis 2015 – dem Vernehmen nach einen gut dotierten. Ein Angebot des abstiegsbedrohten Zweitligaklubs Energie Cottbus lehnte der kantige Innenverteidiger aus sportlichen Gründen Anfang Januar ab. Hertha legt dem gebürtigen Merseburger keine Steine in den Weg. „Wenn ein Verein kommt, an dem auch Maik Interesse hat, sind wir zu Gesprächen bereit“, sagte Preetz am Donnerstag.

Und das schien sich schneller einzustellen als erwartet: Columbus Crew, ein Klub aus der US-amerikanischen Profiliga Major League Soccer (MLS) zeigte Interesse. Das Team aus dem Bundesstaat Ohio verpasste in der abgelaufenen Saison das Play-off und sucht für die am 8. März erneut beginnende Spielzeit Verstärkung. Das Abenteuer Amerika, wie es der ehemalige Hertha-Kapitän Arne Friedrich nach seiner Bundesliga-Karriere bei Chicago Fire fand, hätte sich Franz grundsätzlich vorstellen können. Das Angebot aus Columbus aber schlug er dennoch aus – wegen vertraglicher Dinge, wie es heißt.

Das Transferfenster ist noch bis zum 31. Januar geöffnet, doch der Markt für einen 32 Jahre alten Abwehrspieler ist schwierig. Das fragt nach kreativen Lösungen: Eine könnte lauten, dass Franz als Leitwolf das U23-Team der Berliner beim Kampf gegen den Abstieg aus der Regionalliga unterstützt. „Die Idee kam von unserer Seite“, stellt Franz-Berater Jörg Neubauer klar. Es gehe nicht darum, Franz aufs Abstellgleis zu schieben, sondern in einer schwierigen Situation eine vernünftige Lösung für alle Seiten zu finden. Franz könnte das junge Team von Trainer Ante Covic stabilisieren. „Wir sind auch offen dafür“, sagte Preetz. Vorerst wird Franz aber weiter im Profiteam trainieren. „Bisher“, sagte Preetz“, ist noch keine Entscheidung gefallen“.