Tennis

Djokovic veralbert Becker

Serbe ohne Satzverlust im Viertelfinale. Alle Deutschen in Melbourne raus

Während mit Angelique Kerber und Florian Mayer die letzten beiden deutschen Tennisspieler ihre Taschen packen mussten und Melbourne den Rücken kehrten, hatte Titelverteidiger Novak Djokovic beste Laune. Nach seinem Viertelfinal-Einzug bei den Australian Open nahm der Serbe seinen Coach Boris Becker auf die Schippe. Vor 12.000 Zuschauern in der Rod-Laver-Arena parodierte Djokovic Beckers Aufschlagbewegung und rief dem dreimaligen Wimbledon-Champion zu: „So hast du das in deinen besten Tagen gemacht!“ Becker klatschte und lachte auf der Tribüne, selbst als Djokovic über den Platz humpelte und sagte: „Heute läuft Boris so.“ Der 26-Jährige nahm die Tennis-Ikone allerdings in Schutz: „Boris arbeitet jeden Tag hart und dehnt sich.“

Im März wolle er erstmals Bälle mit Becker schlagen, der derzeit nach einer Hüftoperation deutliche Probleme hat. „Ich kann es kaum erwarten, dir ein paar Returns um die Ohren zu hauen“, sagte Djokovic, der nach dem 6:3, 6:0, 6:2 über Fabio Fognini (Italien) ohne Satzverlust im Turnierverlauf bleibt. Becker reagierte gelassen auf die Späßchen seines Schützlings. „Ich habe ihm gesagt: Solange du gewinnst, kann du mich veralbern wie du willst“, sagte der 46-Jährige beim TV-Sender Fox Sports.

Weniger Grund zur Freunde hatten zuvor Kerber und Mayer. Während die Kielerin nach dem 1:6, 6:4, 5:7 gegen die Italienerin Flavia Pennetta ihren ungenutzten Chancen nachtrauerte, wertete Mayer das 7:6 (7:5), 5:7, 2:6, 1:6 gegen den an Nummer drei gesetzten Spanier David Ferrer als Bestätigung für den eingeschlagenen Weg. „Es hat echt Spaß gemacht“, sagte der Bayreuther Mayer nach dem fast dreistündigen Fight. „Ich fliege definitiv mit einem guten Gefühl nach Hause. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mit einem Halbfinale in Doha und einem Achtelfinale in Melbourne im Gepäck ins Flugzeug steige“, sagte der 30-Jährige: „Jetzt freue ich mich auf den Davis Cup.“ Dort geht es beim Erstrunden-Duell Ende Januar in Frankfurt gegen Favorit Spanien.

Zuvor hatte Kerber den aufmunternden Applaus der Besucher gar nicht mehr mitbekommen. Frustriert flüchtete die deutsche Nummer eins, nachdem es in Melbourne wieder nicht mit dem Sprung ins Viertelfinale geklappt hatte. „Natürlich bin ich enttäuscht, am Ende waren es zwei, drei Punkte, die die Partie entschieden haben.“ Nach einem katastrophalen Start und einem mit 1:6 verlorenen Auftaktsatz kämpfte sich die Kielerin zurück in die Partie und schaffte den Satzausgleich. Im entscheidenden Durchgang gelang ihr dann sogar das Break zum 2:1. Doch am Ende scheiterte die Schleswig-Holsteinerin wieder an ihrem größten Problem – dem schwachen Aufschlag.

Williams gescheitert

Nachdem Angelique Kerber den Centre Court geräumt hatte, erlebten die Australian Open ihre erste große Überraschung. Die Topfavoritin Serena Williams verabschiedete sich bereits im Achtelfinale aus dem Turnier. Die am Rücken verletzte Amerikanerin musste sich der wie entfesselt aufspielenden Serbin Ana Ivanovic mit 6:4, 3:6, 3:6 geschlagen geben.