Wintersport

Schempp sichert deutschen Biathleten den ersten Saisonsieg

Erst kürzlich ist Alfons Hörmann zum Präsidenten im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) aufgestiegen, doch längst spürt der bisherige Skiverbands-Chef den öffentlichen Leistungsdruck.

Die deutschen Medaillenziele für die Winterspiele in Sotschi (7. bis 23. Februar) bezeichnete der Unternehmer jedenfalls als „ambitioniert und ehrgeizig“. Das Ergebnis von Vancouver 2010 (30 Medaillen insgesamt, zehnmal Gold) zu wiederholen, sei „eine große Herausforderung“.

Eine Ursache für die bei Hörmann anklingende Skepsis könnte die Tatsache sein, dass sich so mancher Leistungsträger bislang noch gar nicht qualifiziert hat. So kämpft Skilanglauf-Olympiasiegerin Claudia Nystad, 35, nach ihrem Comeback an diesem Wochenende im polnischen Riesengebirge bereits um ihre letzte Chance zur Normerfüllung, ebenso der zweimalige Olympia-Zweite Tobias Angerer, 36. Zweieinhalb Wochen lang hat sich Angerer zuletzt nur auf diesen entscheidenden Weltcup vorbereitet. „Sie können das schaffen“, sagt Bundestrainer Frank Ullrich: „Ich bin mir sicher, dass sie alles versuchen werden.“

Antrieb geben könnten die Ergebnisse der Biathlon-Kollegen, die offenbar genau rechtzeitig vor Olympia in Topform kommen. Nachdem Andrea Henkel mit Rang zwei den ersten Podestplatz der Saison erobert hatte, ließ Simon Schempp am Freitag den ersten Sieg folgen. In Antholz (Italien) blieb der 25-Jährige aus Uhingen im Sprintrennen über 10 Kilometer fehlerfrei und setzte sich zeitgleich mit Lokalmatador Lukas Hofer (ein Fehler) an die Spitze. Der ebenfalls fehlerfreie Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) rundete das gute deutsche Abschneiden auf dem dritten Platz mit 4,6 Sekunden Rückstand ab.

Auch den Skispringern hatte Andreas Wellinger, 18, nach der enttäuschenden Vierschanzentournee gerade den ersten Sieg beschert, bei den Kombinierern gelang Weltmeister Eric Frentzel am Freitag in Seefeld bereits der vierte Saisonsieg.

Im alpinen Bereich hatten Maria Riesch und Felix Neureuther bereits für Optimismus gesorgt, heute kehrt nun Victoria Rebensburg, 24, zurück auf die Piste von Cortina d’Ampezzo. Zwei Monate hatte die Riesenslalom-Olmpiasiegerin von 2010 wegen einer bakteriellen Lungeninfektion („Ich hatte zwischenzeitlich echt Angst, dass ich gar nicht mehr gesund werde“) pausieren müssen. DOSB-Chef Hörmann stimmt all das sicher etwas erwartungsfroher.