Unglück

Absturz mit 100 Stundenkilometern

Österreicher Thomas Morgenstern kommt mit schweren Schädelverletzungen und Lungenquetschung auf die Intensivstation

Der dreimalige Skisprung-Olympiasieger Thomas Morgenstern schwebt nach seinem schweren Sturz im Training zum ersten Skiflug-Weltcup des Winters in Bad Mitterndorf nicht in Lebensgefahr. Das sagte der behandelnde Arzt Josef Obrist der österreichischen Nachrichtenagentur Apa. Der österreichische Ski-Verband hatte zuvor mitgeteilt, dass Morgenstern eine schwere Schädelverletzung und eine Lungenquetschung davongetragen hat. Er soll zur Beobachtung 72 Stunden auf der Intensivstation der UKH Salzburg verbringen.

Der 27-Jährige müsse „ständig überwacht werden“, ergänzte Obrist. Ein Vergleich mit der Verletzung von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher, der nach einem Skiunfall am 29. Dezember mit einem Schädel-Hirn-Trauma im künstlichen Koma liegt, könne nicht gezogen werden, da Morgenstern bei Bewusstsein sei und klare Antworten gebe. Wolfgang Voelckel, Leiter der Anästhesie und Intensivmedizin am UKH Salzburg, ergänzte: „Das Risiko bei einer Kopfverletzung ist, dass sich der Zustand verschlechtern kann, da immer die Gefahr von Einblutungen besteht.“ Die nächsten Informationen sind für heute um 9 Uhr angekündigt.

Bei seinem Sturz mit 100 Stundenkilometern war Morgenstern verzweifelt mit den Armen durch die Luft gerudert, dann knallte er hart auf den Boden und rutschte fast 100 Meter reglos den Hang hinunter. Nach dem Trainingssturz auf dem legendären Kulm in Österreich war er kurzzeitig bewusstlos, wenig später aber wieder ansprechbar. Morgenstern war bereits am 15. Dezember in Titisee-Neustadt zu Fall gekommen, hatte damals jedoch Glück im Unglück und kam mit einem gebrochenen Finger und Prellungen davon.

Später sagte er: „Ich kann mich nur noch erinnern, wie Klitschko zu einem Schlag ausgeholt hat. Danach sind alle Lichter ausgegangen.“