Basketball

Eine Frage der Kraft

Im dritten Spiel innerhalb von sechs Tagen trifft Alba heute auf Oldenburg

Viele Basketballfans werden wohl zweimal hinschauen müssen. Wo ist denn Julius Jenkins? Der mit der Nummer 22 bei den Oldenburgern soll das sein? Jenkins ist kaum wiederzuerkennen: Seit dieser Saison hat sich der US-Amerikaner, der zwischen 2006 und 2011 fünf Jahre lang das Alba-Trikot trug, einen windschnittigen Kurzhaarschnitt zugelegt. Ab ist der Rasta-Zopf, eigentlich das Erkennungszeichen von Jenkins, der einst in 272 Spielen 4154 Punkte für Alba erzielte. Gerüchte besagen, dass er sich auf Wunsch seiner Frau Kimberly die Mähne hat abschneiden lassen.

Ob mit oder ohne Zopf, es hat sich nichts geändert: Der 32-Jährige ist immer noch ein ganz gefährlicher Werfer, in dieser Saison hat er bisher im Schnitt pro Spiel 13,7 Punkte erzielt. Gerade auf ihn werden die Basketballer von Alba Berlin achten müssen, wenn sie heute Abend (20 Uhr, O2 World) im Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga auf die Ewe Baskets Oldenburg treffen.

Es geht für Berlin darum, den dritten Platz zu festigen. Auf den sind die Berliner nach dem 98:79 am vergangenen Sonntag gegen Braunschweig und dem 107:79 an Silvester gegen Hagen vorgestoßen. Oldenburg ist Vierter, hat wie Berlin 20:8 Punkte auf seinem Konto. Für Albas Trainer Sasa Obradovic steht fest: „Oldenburg zählt auch in dieser Saison wieder zu den Favoriten auf den Meistertitel.“ In der vergangenen Spielzeit hatten die Baskets die Finalserie gegen Bamberg zwar mit 0:3 verloren, sie hatten allerdings in jedem der drei Partien in den letzten Sekunden die Chance zu gewinnen.

Mit einem Sieg hätte Alba auch die Qualifikation fürs Pokalviertelfinale so gut sicher. Die ersten Sechs der Tabelle nach der Vorrunde sind dabei, sie ermitteln in drei K.o-Spielen ein Trio für das Final Four in Ulm (29./30. März). Gastgeber Ulm ist dafür schon qualifiziert.

Die große Frage bei Alba lautet: Wird die Kraft reichen im dritten Spiel innerhalb von sechs Tagen? „Es geht nur darum zu überleben“, sagt Obradovic ziemlich martialisch mit Blick auf den „brutalen Spielplan“, der Alba vier Spiele in acht Tagen beschert. „Für ein Spiel gegen einen so starken Gegner braucht man eigentlich viel mehr Zeit für die Vorbereitung“, sagt Obradovic. Doch Alba-Profi Reggie Redding (Saisonschnitt 12,3 Punkte), der sich mit seiner Vielseitigkeit in den vergangenen Spielen zum überragenden Spieler im Berliner Team entwickelt hat, stellt richtig fest: „Wir nehmen es so, wie es kommt.“

Braunschweiger Profis bestraft

Die Berliner haben zuletzt gezeigt, dass sie gut drauf sind. Problemlos wurde sogar der kurzzeitige Ausfall von Topscorer David Logan (Schnitt 13,9 Zähler) weggesteckt. Leon Radosevic hat nach sechswöchiger Verletzungspause wieder Topform erreicht. Gegen Oldenburg dürfte auch wieder der gegen Hagen wegen einer Zehenverletzung fehlende Akeem Vargas dabei sein. Bis auf Bar Timor (Schambeinentzündung) sind alle fit. Fast ein Wunder bei der hohen Belastung und manch hartem Kampf wie gegen die Phantoms Braunschweig.

Im Nachklapp hat die Basketball-Bundesliga (BBL) jetzt die Urteile gegen die beiden disqualifizierten Braunschweiger gefällt: Kyle Visser wurde wegen Tätlichkeit mit einem Spiel Sperre und 3000 Euro Geldstrafe belegt. Mit 1000 Euro Geldstrafe wegen Unsportlichkeit kam sein Kollege James Florence davon.