Eishockey

Eisbären zünden gegen Ingolstadt ein Feuerwerk

Trotz Verletzungssorgen siegen die Berliner mit 3:2

Silvester wird beim EHC Eisbären immer ein wenig vorgezogen. Weihnachts-Feuerwerk nennt sich das dann. Ein kleiner Service für die Fans, angeboten von einem Sponsor, um etwas Lust auf das hauseigene Sortiment zu machen und es ein paar Tage später zum Jahresabschluss richtig krachen zu lassen. Der Zuspruch seitens der Anhänger ist traditionell ergebnisabhängig. Diesmal fiel er recht gut aus, schließlich hatte der Titelverteidiger der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zuvor ebenso ein paar Knaller gezündet. Mit 3:2 (1:0, 2:1, 0:1) setzten sich die Berliner am Donnerstagabend gegen den ERC Ingolstadt durch.

Viel zuzutrauen war den Berlinern vor dem Spiel nicht unbedingt. Das vergangene Wochenende mit der European Trophy hatte dem Meister arg zugesetzt, die Verletztenliste wuchs sprunghaft an und verlängerte sich auf neun Profis – darunter mit Torhüter Rob Zepp (Rippenprellung) und Topscorer Julian Talbot (Innenbandteilruptur) zwei Schlüsselspieler. Immerhin las sich das ärztliche Bulletin am zweiten Weihnachtsfeiertag wieder etwas freundlicher, vier Spieler kehrten zurück.

Allerei Umbauten musste Trainer Jeff Tomlinson dennoch vornehmen. Das aber wirkte sich kaum aus auf der Spiel der Berliner. Die Kombination aus der ernsten Lage in der Tabelle und den personellen Herausforderungen verlieh der Mannschaft offenbar eine erhöhte Konzentration und ließ sie zudem mit einer Portion Trotz agieren. Geschickt teilten sich die Eisbären den Raum auf, spielten gern unerwartete Pässe gegen die Laufrichtung des Gegners und gingen durch Shawn Lalonde in Führung (7.).

In ihren Bemühungen um druckvolles Auftreten bremste das die Ingolstädter jedoch kaum. Mit viel Tempo und körperlichem Einsatz drängten die Gäste nach vorn und konnten von EHC-Ersatztorhüter Sebastian Elwing im ersten Drittel mehrfach erst im letzten Moment gestoppt werden. „Er hat uns im Spiel gehalten, das hätte böse ausgehen können“, lobte Tomlinson seinen Keeper. Mit zwei sehr überlegten Überzahlspielen setzten sich die Berliner allerdings von den Oberbayern ab. Rückkehrer Darin Olver (23.), der zuvor wegen einer Gehirnerschütterung zwei Wochen pausiert hatte, und Florian Busch (28.) erhöhten auf 3:0.

Allerdings kam Ingolstadt durch Jakub Ficenec (31.) und Patrick Köppchen (53.) noch auf 3:2 heran. Mit einem emotionalen und mitreißenden Kraftakt aber gelang es dem geschwächten Kader des Tabellenneunten vor 12.700 Zuschauern in der O2 World, den Sieg über die Zeit zu retten und den Abstand auf den direkten Viertelfinal-Platz sechs auf zehn Punkte zu verkürzen. Das war schon ein kleines Feuerwerk wert.