Finanzhilfen

EU - ermittelt wegen Spaniens Staatshilfen für Real und Barca

Spaniens Spitzenvereine Real Madrid oder der FC Barcelona waren von der Konkurrenz in anderen Ländern schon seit langem um die horrenden Ablösesummen und Gehälter beneidet worden, die sie für Stars wie Cristiano Ronaldo, Gareth Bale oder Neymar zahlen können.

Bei der am Mittwoch anstehenden EU-Kommissionssitzung in Brüssel werden laut „Süddeutscher Zeitung“ deswegen nun aber förmliche Beihilfeverfahren gegen Spanien eröffnet. Der Vorwurf lautet, die Regierung habe einzelnen Fußballvereinen, eben Real, Barça, CA Osasuna und Athletic Bilbao durch steuerrechtliche Rahmenbedingungen direkte oder indirekte Wettbewerbsvorteile gewährt.

Etwa durch Bürgschaften, Grundstückgeschäfte und weil die Profiklubs die Rechtsform als Sportverein behalten durften – dadurch zahlen sie nur 25 Prozent Körperschaftssteuer, für Aktiengesellschaften wärne 30 Prozent fällig.

Im Ernstfall könnte die EU-Behörde verlangen, dass die Klubs die illegale Hilfen zurückzahlen. Niemand kann abschätzen, um welche Beträge es ginge. „Die Rechnung dürfte sich auf Millionen belaufen“, argwöhnte die Zeitung „El País“. „Brüssel sagt der spanischen Liga Schach an.“ Bereits im Jahr 2009 hatte es die entsprechende Beschwerde gegeben von einem Mann, der Investoren europäischer Fußballklubs vertritt. EU-Ombudsfrau Emily O’Reilly beklagte sich nun, dass die Verfahrenseröffnung gegen Spanien wegen möglicher Beihilfe verzögert wurde. Womöglich sogar, weil Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia selbst Fan von Athletic Bilbao ist: „Das ist nicht nur schlechte Verwaltung, das kann auch nach einem Interessenkonflikt aussehen. Ich vertraue darauf, dass die Kommission darüber entscheiden wird, ob sie eine Untersuchung einleitet, um die Fakten klarzustellen und Verdächtigungen zu zerstreuen.“