Störfall

Slalom-Weltcup: Handy auf der Piste stoppt Höfl-Riesch

Nun ist auch Maria Höfl-Riesch um die Erfahrung reicher, dass bei einem Ski-Rennen die ungewöhnlichsten Dinge passieren können.

Da steht schon mal ein Pistenarbeiter im Weg, oder sogar ein Tier, oder der Läufer wird durch eine Ölspur gebremst, wie es dereinst Markus Wasmeier widerfuhr. Maria Höfl-Riesch hat sich beim Weltcup-Slalom am Dienstag im Courchevel/Frankreich von einem Handy auf der Piste gestört gefühlt: Sie schied nach 25 Sekunden und Zwischenbestzeit aus.

Das Handy, vermutlich von einem Streckenposten, sei ihr „vor die Ski gefallen“, dann noch „auf der Piste neben mir runtergerutscht“, sie sei „total irritiert gewesen“, berichtete Höfl-Riesch. Sie schnappte sich das Gerät nach ihrem Ausscheiden, übergab es an einen Trainer – einen Neustart wegen der Behinderung wollte ihr die Renn-Jury aber nicht zugestehen. „Die haben sich das noch mal auf Video angeschaut und sind zu dem Schluss gekommen, dass das nicht der Grund für den Ausfall war.“

Atle Skardaal, Renndirektor des Ski-Weltverbandes Fis, blieb nach Ansicht der Videoaufzeichnungen keine Wahl: „Es war tatsächlich ein Handy auf der Strecke. Aber es war sechs bis sieben Tore oberhalb, von wo sie eingefädelt hat. Die Regel ist klar: Wenn man sich irritiert fühlt oder behindert, muss man gleich stehen bleiben. Sieben Tore später ist zu spät“, sagte der Norweger. .

Neben Höfl-Riesch schieden im ersten Lauf auch die schon für Olympia qualifizierte Christina Geiger (Oberstdorf) und Marias Schwester Susanne Riesch aus. Für Susanne Riesch, die vor fünf Wochen in Levi/Finnland erstmals nach mehr als zweieinhalb Jahren wieder ein Weltcup-Rennen bestritten hatte, danach aber nochmal operiert werden musste, war der kapitale Sturz nach acht Sekunden besonders bitter: Sie verletzte sich erneut am Knie, wie übrigens auch Frankreichs Riesenslalom-Weltmeisterin Tessa Worley. Um sich für Olympia in Sotschi noch zu qualifizieren, bleiben Sunsanne Riesch lediglich drei Slalomsrennen.

Die glückliche Siegerin hieß am Ende Marlies Schild (Österreich), die mit ihrem 34. Sieg im Slalom den Rekord von Vreni Schneider (Schweiz) einstellte. Zweite wurde Frieda Hansdotter (Schweden/+0,33), Dritte Marlies Schilds jüngere Schwester Bernadette (+1,22). Beste Deutsche war die junge Marina Wallner (Inzell) auf Rang 23, so schlecht war die Bilanz nach einem Torlauf zuletzt im Februar 2007 gewesen.