Fußball

Bayern ziehen ohne Mühe ins Finale der Klub-WM ein

Ribéry ebnet mit seinem Treffer in der 40. Minute den Weg zum 3:0 über Guangzhou Evergrande

Der deutsche Rekordmeister Bayern München ist nur noch einen Schritt vom krönenden Abschluss seines Ausnahme-Jahres entfernt. Die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola wurde ihrer Favoritenrolle im Halbfinale der Klub-WM gegen den asiatischen Champions-League-Sieger Guangzhou Evergrande (China) vollauf gerecht und zog dank eines nie gefährdeten 3:0 (2:0) ins Endspiel ein.

Dort treffen die Bayern, die in Marokko ihren fünften großen Titel 2013 anstreben, am Sonnabend in Marrakesch auf den Sieger des Duells zwischen Gastgeber Raja Casablanca und Atlético Mineiro aus Brasilien, dem Gewinner der südamerikanischen Copa Libertadores.

Der überragende Thiago, Dreh- und Angelpunkt des Münchner Spiels, leitete die ersten beiden Tore durch Franck Ribéry (40.) und Mario Mandzukic (44.) ein. Ein Treffer von Mario Götze (47.) machte den locker-leichten Erfolg für den Weltpokalsieger von 1976 und 2001 einigermaßen standesgemäß. Überanstrengen mussten sich die Bayern, die überdies fünf Mal Pfosten oder Latte trafen, nicht. „Wir haben das gut gemacht. Wir sind Profis und wir wollen diesen Titel gewinnen, deswegen haben wir heute so gut gespielt“, sagte Ribéry. „Die Bayern sind eine Klasse für sich“, lobte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer und wünschte sich ein Endspiel gegen Mineiro.

Guardiola („Jetzt wollen wir natürlich das Finale gewinnen“) hatte seine Spieler im Vorfeld ermahnt, den Gegner ernst zu nehmen. Und das taten sie. Dennoch kamen die Bayern zunächst im dicht besetzten Strafraum von Guangzhou kaum zum Abschluss, es entwickelte sich ein Geduldspiel – bis zum erlösenden 1:0 von Ribéry, dem die Erleichterung nach seinem Tor anzusehen war. Der Franzose bewegte sich bei frühlingshaften 18 Grad an der Atlantikküste viel und wurde von den marokkanischen Zuschauern frenetisch gefeiert. Die erste gefährliche Szene leitete jedoch Kapitän Philipp Lahm ein. Thiago nahm dessen Flanke am Fünfmeterraum auf und schoss an den linken Pfosten (16.).

Neun Minuten später drosch Toni Kroos den Ball nach schöner Hacken-Vorlage von Thiago an die Unterkante der Latte. Die in Marokko eingesetzte Torlinientechnik zeigte für alle Fans auf der Stadionleinwand klar, dass der Ball nicht im Tor war. Die Kontertaktik von Guangzhous italienischem Weltmeister-Trainer Marcello Lippi lief unterdessen ins Leere. Die Bayern, bei denen im Vergleich zum 3:1 gegen den Hamburger SV Jerome Boateng und David Alaba anstelle von Dante und Diego Contento verteidigten, standen defensiv sicher.

Und sie gaben nach einer kurzen Verschnaufpause bald wieder Gas. Nach einem abgeblockten Schuss von Thiago staubte Ribéry aus halblinker Position zum 1:0 ab. Mandzukic erhöhte nach Thiagos Flanke per Kopf. Die Treffer waren Lohn für 11:0 Torschüsse und 70 Prozent Ballbesitz in der ersten Hälfte. Die 27.311 Fans im Grande Stade d'Agadir, darunter rund 1000 mitgereiste Bayern-Anhänger, feierten das mit La Ola. Nach Götzes Schuss in den linken oberen Torwinkel zu Beginn der zweiten Halbzeit konnten es sich die Bayern leisten, ein bisschen Intensität rauszunehmen. Ribéry mit einem weiteren Lattentreffer (66.) und Götze, der Pfosten (67.) und Latte traf (87.), verdeutlichten dennoch die Überlegenheit.