Auslosung

Wieder steht Podolski Bayern im Weg

Der Titelverteidiger trifft im Achtelfinale der Champions League erneut auf Arsenal

Kein Wunschlos für den FC Bayern, Kracher für Schalke 04 und Leverkusen – einzig Borussia Dortmund geht als klarer Favorit ins Achtelfinale der Champions League. Titelverteidiger München freut sich beim FC Arsenal auf ein schnelles Wiedersehen mit Mesut Özil und Lukas Podolski. Bayer bekommt es mit dem Pariser Superstar Zlatan Ibrahimovic zu tun. Und den Königsblauen droht ein Champions-League-Aus im Duell mit den Königlichen von Real Madrid.

„Das sind interessante Aufgaben für die deutschen Klubs“, analysierte Bayerns Vorstandchef Karl-Heinz Rummenigge nach der Auslosung am Montag in Nyon. „Ich hoffe, dass das Quartett auch nach dem Achtelfinale noch beieinander ist.“ Die beste Ausgangslage für den Sprung ins Viertelfinale aus dem deutschen Viererpack besitzt der BVB, der auf das zuletzt schwächelnde Zenit St. Petersburg trifft.

Glückslos für Dortmund

Wie bereits im Vorjahr führt der Weg der Münchner zum angestrebten Titel in der Königsklasse zum Auftakt der K.o.-Runde über den FC Arsenal, den aktuellen Spitzenreiter der Premier League. Im Februar und März dieses Jahres waren die Bayern nach einem 3:1 in London und einem 0:2 in München nur aufgrund der auswärts mehr geschossenen Tore weitergekommen. „Das war die stärkste Mannschaft in unserer Trommel. Aber auf der anderen Seite ist das ein Gegner, der auf keinen Fall unterschätzt wird“, betonte Klubpräsident Uli Hoeneß. Dies sah Kapitän Philipp Lahm ähnlich: „Das letzte Jahr ist ein gutes Omen, aber es ist ein schwieriger Gegner. Schön, dass wir auf Mitspieler der Nationalmannschaft treffen, aber für uns ist es das schwierigste Los und der härteste Gegner der Gruppenzweiten.“

Der deutsche Nationalspieler Lukas Podolski, seit 2012 in Diensten der Londoner, freut sich bereits auf das erneute Duell mit seinem Ex-Verein: „Was für eine Auslosung wieder! Wir treffen wieder einmal auf Bayern.“

Für die anderen drei deutschen Vertreter gibt es hingegen internationale Premieren. „Das ist ein tolles Los“, sagte Schalkes Coach Jens Keller über das anstehende Duell mit dem spanischen Rekordmeister. „Sich mit dem berühmtesten Fußballklub der Welt mit Spielern wie Cristiano Ronaldo, Iker Casillas oder Gareth Bale messen zu können: Darauf freuen wir uns riesig.“ Für Kapitän Benedikt Höwedes ist es „etwas ganz Neues, im Bernabeu-Stadion zu spielen. Auch wenn Real absoluter Top-Favorit ist, sehe ich Außenseiterchancen für uns.“

Schaaf bei Schalke im Gespräch

Die Frage ist, ob Jens Keller die Schalker in das Achtelfinal-Duell führen darf. Denn ein Gerücht hält sich hartnäckig: Thomas Schaaf soll das Kommando übernehmen. Schalke dementierte umgehend. Noch während der Weihnachtsfeier am späten Sonntagabend teilte Vereinssprecher Thomas Spiegel mit: „Die Meldung ist falsch und entspricht nicht den Tatsachen.“ Medienveröffentlichungen, die Gelsenkirchener seien sich mit Schaaf darüber einig, der ehemalige Bremer Meistercoach solle schon mit Beginn der Rückrunde Jens Keller ablösen, wollten die Verantwortlichen so nicht stehen lassen. Sportdirektor Horst Heldt ließ wissen: „Es bleibt dabei, dass wir nach dem Spiel in Nürnberg Bilanz ziehen werden.“ Erst nach dem 21. Dezember werde man eruieren, „was gut und schlecht war und was wir besser machen müssen.“

Als „Außenseiter“ sieht Rudi Völler seine Leverkusener gegen den französischen Meister Paris St. Germain und Ibrahimovic. „Das ist eine überragende Mannschaft“, kommentierte der Bayer-Sportchef: „Für uns ist es eine Kür, und wir wollen eine bessere Figur machen als gegen Manchester United.“ Gegen Englands Meister hatte Bayer in der Vorrunde ein 0:5-Debakel erlebt. Bayer-Kapitän Simon Rolfes sprach von einer „großen Herausforderung für uns, die wir gerne annehmen.“

Der BVB freute sich vor allem, dem englischen Spitzenklub Manchester City aus dem Weg zu gehen. „Das wird nicht einfach. Aber wenn ich sehe, gegen wen die anderen deutschen Klubs spielen müssen, sind wir noch ganz gut bedient“, meinte Hans-Joachim Watzke. Der BVB-Geschäftsführer wies zwar auf die eisigen Bedingungen Ende Februar in Russland hin, sieht aber auch ein kleines Plus für den Finalisten der vergangenen Saison. „Vielleicht ist es ein kleiner Nachteil für sie, dass sie bis dahin kein Pflichtspiel mehr haben“, sagte Watzke.

Dortmunds Sportdirektor warnte dennoch davor, den russischen Klub auf die leichte Schulter zu nehmen: „Zenit hat sich in den vergangenen Jahren zu einer russischen Top-Mannschaft entwickelt und viel Geld in Akteure wie den Brasiliens Nationalstürmer Hulk oder den Belgier Axel Witsel investiert.“