2. Bundesliga

Unions Suche nach der Ruhe

Innenverteidiger Eggimann soll als Führungsspieler gutes Beispiel sein

Wirklich aus der Ruhe zu bringen scheint ihn nichts. Vielleicht ist ja doch etwas dran an jenem Klischee, das immer dann wieder herangezogen wird, wenn es um die Eidgenossen geht. Mario Eggimann ist Schweizer. Und als ob er jenes Stereotyp bestätigen wollte, ließ der 32-jährige Fußball-Profi des 1. FC Union über die aktuelle sportliche Lage Folgendes wissen: „Wir müssen das nüchtern analysieren und dürfen da nicht mit zu viel Emotionen reingehen. Das kann für uns auch eine Chance sein, uns weiterzuentwickeln.“

Keine Frage, in den Wochen, in denen der Berliner Zweitligist nach den Gründen für die Talfahrt in den vergangenen Wochen gesucht hat, wirkte der 1,90 Meter große Eggimann wie der Fels in der Brandung, die da über die Köpenicker Woche für Woche hereingebrochen kam. Es braucht solche Spielertypen wie den sympathischen Schweizer, wenn die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus endlich wieder in die Erfolgsspur zurückfinden will. Führungskräfte, an denen sich die Mitspieler aufrichten können. So auch heute, wenn Union zum Start der Rückrunde beim VfL Bochum (13 Uhr, Sky) antritt.

Schon vor einer Woche bei 1860 München wurde deutlich, wie Eggimann mit seiner Ausstrahlung und Erfahrung zum Selbstvertrauen des Teams beigetragen hat. Es tut eben gut, einen in der Bundesliga erprobten Innenverteidiger in den eigenen Reihen zu wissen. Dass dennoch 1:2 verloren wurde, mag der momentanen Situation geschuldet sein, in der sich Union nach sechs Pflichtspielen ohne Sieg und nur zwei geschossenen Toren nach Standardsituationen befindet.

Eggimann weiß um seine Position im Team. Zu Saisonbeginn wurde er als Zugang zum Stellvertreter von Kapitän Torsten Mattuschka gewählt. Um so schmerzhafter war es, dass er wegen Verletzungen wochenlang nicht mithelfen konnte, weder beim Aufschwung, der Union sogar bis an die Tabellenspitze gebracht hatte, noch bei dem Versuch, den freien Fall zu bremsen. „Sicherlich versuche ich immer, Einfluss auf dem Platz zu nehmen. Aber es ist klar, dass ich noch Zeit brauche, bis ich 100 Prozent erreicht habe“, sagt Eggimann zu seinem Einwirken auf die Mitspieler: „Ich denke, dass ich es vielleicht auch mit meiner Persönlichkeit und mit Gesprächen noch ein bisschen forcieren kann.“

Einfach wird der Jahresendspurt für Union nicht werden. Nach dem Auftritt in Bochum kommt nächste Woche Bielefeld zum Abschluss in die Alte Försterei (21.12.). Zwei Spiele, in denen schon vier Punkte herausspringen sollten. Findet die Mannschaft ihre Ruhe zurück, die sie in den ersten Saisonwochen ausgezeichnet hat, ist ein versöhnlicher Ausklang möglich. Eggimann kann helfen, diese Ruhe ins Team zu bringen.