Motorsport

Heftiger Streit um die neuen Regeln in der Formel 1

Mit ihrer Entscheidung in Paris haben die Spitzenfunktionäre der Formel 1 eine große Regel-Debatte entfacht.

Vor allem die beschlossene Vergabe von doppelten Punkten im Finalrennen der Saison entfesselte kontroverse Diskussionen. „Das ist unsinnig und bestraft diejenigen, die eine Saison lang hart gearbeitet haben“, sagte Sebastian Vettel.

Nicht weniger Zündstoff birgt die grundsätzliche Entscheidung für eine Ausgabengrenze, die von 2015 an wirksam werden und den Kollaps mehrerer Teams verhindern soll. Die Regeln dafür sollen Juni 2014 feststehen. Schon jetzt kann sich die Königsklasse auf ein problematische Jahr einstellen.

Im Handstreich peitschten die Formel-1-Kommission und die Strategiegruppe mit sechs Rennställen die gravierenden Änderungen durch. Während die von Reifenhersteller Pirelli geforderten zwei Pflicht-Boxenstopps pro Rennen ebenso am Veto der Teams scheiterten wie ein um zehn Kilogramm erhöhtes Gewichtslimit, stimmten die Top-Gremien der Punkte-Verdopplung im letzten Grand Prix des Jahres zu. „Das geht einen Schritt zu weit“, befand das renommierte Fachmagazin „Autosport“. „Die Formel 1 ist kein Zirkus voller Werbegags“, schimpfte gar die britische Zeitung „Daily Mail“.

Vettel hätte gegen Alonso verloren

Spontane Abstimmungen in Fanforen sahen die Gegner der Reform klar in der Überzahl. Die ursprüngliche Idee für den Punkte-Bonus soll von Chefvermarkter Bernie Ecclestone stammen, der vorzeitigen WM-Entscheidungen wie in diesem Jahr durch Sebastian Vettel vorbeugen will. Puristen kritisieren, damit habe der Grand Prix in Abu Dhabi 2014 den doppelten Wert wie die Klassiker Monaco oder Spa. Wäre dieses Punktsystem schon früher zur Anwendung gekommen, hätte 2012 nicht Vettel, sondern Fernando Alonso seinen dritten Titel gewonnen. 2008 wäre Felipe Massa anstelle von Lewis Hamilton Weltmeister geworden, 2003 Kimi Räikkönen statt Michael Schumacher. „Doppelte Punkte – das scheint wie die Antwort auf eine Frage, die keiner gestellt hat“, höhnte Ex-Pilot Martin Brundle via Twitter.