Wintersport

Vorfreude auf die Winterspiele von Sotschi wächst

Formanstieg vor Olympia: Zwei Erfolge für Maria Riesch, Biathlon-Frauenstaffel auf Platz zwei

– Das Podium blieb Jenny Wolf verwehrt, und das bei ihrem letzten Wettkampf auf ihrer Heimatbahn. Nach dieser Saison beendet die Eisschnellläuferin aus Berlin ihre erfolgreiche Karriere, deshalb war der Weltcup im Sportforum Hohenschönhausen ein ganz besonderer für die 34-Jährige. Doch ein Sturz am Freitag behinderte Wolf auch am Sonnabend noch. Mit Schmerzen im Sprunggelenk reichten 38,23 Sekunden nur für den vierten Rang beim Sieg der Russin Olga Faktulina.

Dennoch kommen die deutschen Medaillenaspiranten für die Olympischen Spiele in Sotschi im Februar immer besser in Form. Wolf etwa kann bereits auf vier Podestplatzierungen in diesem Winter verweisen. Langstrecklerin Claudia Pechstein schaffte es auf ihrer Heimatbahn im Alter von 41 Jahren, eine neue Bestzeit über 3000 Meter aufzustellen (4:02,96 Minuten) und wurde damit Zweite hinter der Dauerrivalen Martina Sablikova (Tschechien).

Gleich zwei Abfahrtssiege in Folge feierte derweil Maria Höfl-Riesch. Stolz stand die Doppel-Olympiasiegerin in Lake Louise nach 13 Monaten endlich wieder ganz oben auf dem Podest. „Ein großartiger Tag“, befand die 29-Jährige. Nach langer, langer Jagd hatte sie den 25. und 26. Erfolg im Ski-Weltcup gelandet. „Der Jubiläumssieg ist mir echt ein bisschen zäh hergegangen. Umso schöner ist das jetzt für mich“, sagte sie nach dem Erfolg am Freitag – und setzte gestern gleich noch einen drauf, als sie mit 0,34 Sekunden vor Tina Weihrather (Liechtenstein) gewann. Das gibt Selbstvertrauen für die kommenden Wochen im Olympiawinter.

Bergauf geht es auch für die Biathletinnen. Laura Dahlmeier führte als Schlussläuferin die Staffel beim Weltcup in Hochfilzen auf Platz zwei und sicherte den deutschen Skijägern den ersten Podestplatz des olympischen Winters. Mit einem strahlenden Lächeln fiel sie ihren Teamkolleginnen Franziska Preuß, Andrea Henkel und Franziska Hildebrand in die Arme, nachdem sie auf der Schlussrunde den Angriff der Französinnen und Russinnen gekontert hatte.

„Es ist viel Verantwortung, aber ich mag diese Position. Toll, dass es mit dem Team jetzt geklappt hat“, sagte die dreifache Junioren-Weltmeisterin nach ihrem tollen Auftritt. Das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) musste sich nach 4x6 Kilometern nur den überlegenen Ukrainerinnen geschlagen geben. Nach sieben Nachladern und einer Strafrunde hatten Dahlmeier und Co. 56,3 Sekunden Rückstand.

Traditionell stark in Form sind die Rodler. „Wir sind für Sotschi sehr, sehr gut aufgestellt“, sagte Felix Loch nach seinem 15. Weltcup-Erfolg im kanadischen Whistler. Bereits in bestechender Olympia-Verfassung sind auch die Doppelsitzer-Weltmeister Tobias Wendl und Tobias Arlt, die auf der kanadischen Hochgeschwindigkeitsbahn ihren 20. Weltcup-Sieg einfahren konnten.

In Park City in den USA fuhr unterdessen Bob-Weltmeister Francesco Friedrich (Oberbärenburg) zu seinem ersten Podestplatz der Saison. Der 23-Jährige landete beim Zweier-Weltcuprennen mit Anschieber Jannis Bäcker (Winterberg) auf dem dritten Rang und hatte am Ende 0,29 Sekunden Rückstand auf Steven Holcomb (USA).

In Lillehammer streckte Richard Freitag die Faust in den Himmel, dann brüllte er seine Freude laut und deutlich hinaus. „Ich bin zurück!“, schrie der Sachse, nachdem der Skispringer mit Rang drei auf der Olympiaschanze von 1994 ein Comeback nach Maß gefeiert hatte. Freitag flog in Norwegen nach zehnwöchiger Verletzungspause auf 94,5 und 101,0 Meter (280,3 Punkte). Überragender Akteur war Gregor Schlierenzauer (Österreich/288,5).