Fußball-Welmeisterschaft

Löw lässt seine Spieler das Trinken üben

Große Hitze beeinflusst die Quartierwahl des DFB. Favorit ist nun ein Hotel nahe Salvador

Die Nacht war kurz. Denn nun, da die Gegner und Spielorte bei der WM-Vorrunde für die deutsche Nationalmannschaft feststehen, galt es, die Planungen voranzutreiben. Also verließen Bundestrainer Joachim Löw und die Delegation des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Auslosungsort Costa do Sauipe am Sonnabend in den frühen Morgenstunden. „Die WM hat jetzt ein Gesicht. Nun müssen wir letzte Details klären“, sagte Löw.

Ganz oben auf der Agenda steht die Wahl des WM-Hauptquartiers. Bis zum 18. Dezember will der Weltverband Fifa wissen, wo jedes Team während des Turniers wohnt. Teammanager Oliver Bierhoff ist mit der Aufgabe betreut. Favorit ist ein Quartier in Praia do Forte, das nur 80 Kilometer entfernt von Salvador liegt. Die Anlage ist im vergangenen Jahr zur schönsten Brasiliens gewählt worden. Zudem hat der DFB noch ein Quartier in Porto Seguro geblockt. Da die Spielorte Salvador (gegen Portugal), Recife (Ghana) und Fortaleza (USA) in dem auch in den Wintermonaten Juni und Juli heißen Nordosten Brasiliens liegen, ist bei der Quartierauswahl nicht nur der Reise-, sondern auch der Temperaturaspekt zu beachten. Zwei Vorrundenspiele werden um 13 Uhr Ortszeit angepfiffen, eines um 16 Uhr. „Wenn du dreimal in der Hitze spielst, ist das nicht so einfach zu verkraften. Das geht an die Substanz“, sagte Löw. Allein deshalb überlegt er, nach dem ersten Trainingslager in Südtirol (19. Mai bis 3. Juni) nun nicht wie geplant nach Uruguay zu fliegen, um die Spieler an das Klima zu gewöhnen, sondern nach Florida in den USA. Es ist vor allem die zu erwartende Hitze, die Löw nach der Auslosung Sorgen bereitet. Auch 1986 bei der WM in Mexiko hatte die deutsche Nationalelf damit zu kämpfen. „Das war hart“, erinnert sich Verteidiger Thomas Berthold. Aber schon damals sei der DFB bekannt dafür gewesen, von allen Verbänden am besten vorbereitet zu sein. „Wir hatten damals sogar Biologen vor Ort, die das Wasser geprüft haben. Und was die Hitze betrifft, haben wir rechtzeitig gelernt, sieben bis acht Liter Wasser am Tag zu trinken. Das macht man ja sonst nicht.“

Auch 1994 bei der WM in den USA war die Hitze ein großer Faktor. Unvergessen ist das Vorrundenspiel gegen Südkorea. 50 Grad herrschten um die Mittagszeit in Dallas. Und das Stadion kein Dach. „Die Sonne knallte voll rein. Die Hitze stand, du hast gedacht, du spielst gegen eine Wand“, erinnert sich Guido Buchwald. Zum Ende der Partie hätten er und seine Mitspieler kaum noch Kraft gehabt. Deshalb glaubt Buchwald auch, dass Löws Elf in Brasilien sicher nicht immer Tempofußball spielen wird.