Fußball-Welmeisterschaft

In England gibt es mal wieder das größte Geschrei

Nicht etwa Pelé war der Star der in 190 Länder übertragenen WM-Auslosung, sondern Fernanda Lima.

Die 36-jährige Moderatorin stahl im knappen bronzefarbenen Hervé-Leger-Kleid allen Fußball-Legenden die Show. Als „Göttin der Auslosung“ wurde sie in Argentinien gefeiert. Dabei brachte Lima zuvorderst den Brasilianern Glück, der WM-Gastgeber erwischte leichte Gegner in der Gruppenphase. „Aber dann verspricht der Weg kurvenreich zu werden. Spanien und Holland sind die wahrscheinlichsten Gegner im Achtelfinale“, rechnete die Sportzeitung „Lance!“ am Tag darauf vor. Nationaltrainer Luiz Scolari will Zweifel am sechsten Titelgewinn aber gar nicht erst zulassen. „Wir werden jedes Spiel wie ein Finale spielen“, versprach er.

Englands Verbandschef Greg Dyke versuchte dagegen klarzustellen, dass seine Halsabschneider-Geste zur Gruppe mit Italien, Uruguay und Costa Rica scherzhaft gemeint war, „Das ist die Todesgruppe“, pflichtete ihm jedoch der italienische Nationaltrainer Cesare Prandelli bei. Die Versetzung in Lostopf zwei bescherte starke Gegner und die Zuteilung des Spielorts Manaus in der tropischen Urwaldhitze für den „Rumble in the Jungle“ („Mirror“) gegen England. „Skandal!“, schimpfte der „Corriere dello Sport“ über eine „beschämende WM-Auslosung“, mit der die Fifa Frankreich „begünstigt“ hätte. Prandelli reagierte dagegen mit Humor: „Der schwerste Gegner? Costa Rica, denn die kennen wir noch nicht...“ Auch Englands Ex-Nationalspieler Gary Lineker hatte auf Twitter eine lustige Anmerkung parat: „England hat Italien, Uruguay oder Costa Rica noch nie bei einem großen Turnier geschlagen. Schönes Wochenende!“

Klinsmann muss weit reisen

Entspannt reagierte dagegen Portugals Idol Luis Figo auf das Los. „Gegen Deutschland haben wir immer gut ausgesehen. Ich glaube, das wird diesmal wieder der Fall sein“, sagte er. „Favoriten liegen uns.“ Nationaltrainer Paulo Bento bereitet lediglich Sorge, dass Portugal mit insgesamt 4550 Kilometern zu den Teams gehört, die in der Vorrunde die größten Strecken (Deutschland 1650) werden zurücklegen müssen. Die USA kommt sogar auf 14.270 Kilometer, auch darum schrieb „Sports Illustrated“ über Jürgen Klinsmanns Aufgabe: „Wahrscheinlich ist das die härteste Auslosung aller Zeiten.“

Ghanas Kapitän Asamoah Gyan übte sich dagegen in Gelassenheit: „„Die Ghanaer sollten sich entspannen. Wir werden uns in der Gruppe qualifizieren und das Land wieder stolz machen.“ Der Schalker Kevin-Prince Boateng freute sich vor allem auf das Duell gegen Bruder Jérôme. „So schön ist das Leben!!! Ich kann's nicht erwarten... Ich liebe dich, Bruder!!!“, schrieb er auf Twitter.

In Spanien drehte sich dagegen nicht alles um den schweren Auftakt mit der Finalrevanche gegen die Niederlande, sondern dass schon im Achtelfinale ein Duell mit Brasilien droht. „Niemand hat uns gesagt, dass es einfach werden würde“, meinte Barcelonas Star Gerard Piqué dazu.