Kommentar

Eine grenzenlose Dummheit

Sebastian Fiebrig über die Becherwürfe bei Union

Unionfans sind anders, so erzählt die Legende. Dass dies nicht stimmt, zeigen die massiven Becherwürfe in den beiden letzten Partien gegen Aalen und Kaiserslautern. Denn statt ihren Gefühlen der Enttäuschung Ausdruck zu verleihen, zeigen die Werfer damit nur ihre grenzenlose Dummheit. Sie gefährden nicht nur den Erfolg ihrer Mannschaft, die für gezielte Becherwürfe bestraft werden kann. Nein, sie sind auch eine Gefahr für alle im Stadion. Die Bierbecher aus Hartplastik treffen meist die eigenen Fans, sei es im Block oder die Rollstuhlfahrer an der Bande.

An Dummheit kaum zu übertreffen sind sie aber wegen ihrer katastrophalen Außenwirkung. Union gilt als Verein, der für Fanrechte eintritt und das transportierte Bild von Fußballfans als marodierende Horden zurechtrücken möchte. Dafür nimmt es die Klubführung um Präsident Dirk Zingler auch mit der Polizei und Sicherheitspolitikern auf. Zuletzt bewiesen vor gut einer Woche, als ein überzogener Polizei-Einsatz kritisiert wurde. Die Bilder von Becherwürfen untergraben Unions Position beim DFB und sind nur Wasser auf die Mühlen der Skeptiker in der Debatte um Sicherheit im Fußball. Union versucht nun alles, die Werfer zu erwischen.