DFB-Pokal

HSV mit Glück weiter, Hoffenheim deklassiert Schalke

Auch Dortmund zieht ins Pokal-Viertelfinale ein

Schalke 04 hat sich im DFB-Pokal kräftig blamiert, Erzrivale Borussia Dortmund tanzt dagegen weiter auf drei Hochzeiten. Die Königsblauen kassierten im Achtelfinale eine peinliche 1:3 (0:3)-Pleite gegen 1899 Hoffenheim und haben damit ihr erstes Saisonziel frühzeitig verfehlt. Der BVB setzte sich dagegen mit seinem nahezu letzten Aufgebot unter dem Strich mühelos beim Drittligisten 1. FC Saarbrücken 2:0 (1:0) durch. Ebenso wie Hoffenheim und Dortmund erreichte auch der Hamburger SV das Pokal-Viertelfinale. Der HSV gewann nach hartem Kampf gegen den Zweitliga-Spitzenreiter 1. FC Köln mit 2:1 (1:0).

Die Schalker boten gegen die schlechteste Defensive der Liga einmal mehr in dieser Saison eine blutleere Vorstellung. Kai Herdling (21.), Kevin Volland (32.) und Roberto Firmino (35.) nutzten schon in der ersten Halbzeit jeweils Schalker Patzer zu Toren. Hoffenheim zog zum vierten Mal in fünf Jahren ins Viertelfinale ein. Jefferson Farfán gelang nur noch das 1:3 (67.). 1899-Coach Markus Gisdol freute sich nach der Partie: „Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert. Wir haben nach der Führung viele Dinge besser als zuletzt gemacht. Das war der Schlüssel zum Erfolg.“ Ganz anders das Stimmungsbild bei seinem Schalker Kolegen Jens Keller: „Wir haben eine erste Halbzeit abgeliefert, die völlig indiskutabel war“, sagte der Trainer. „Wir müssen uns bei unseren Fans entschuldigen. Wir sind rausgegangen und dachten, es geht mit links. Ich hätte zur Halbzeit zehn Spieler auswechseln können“. Auf den umstrittenen Keller dürften nun turbulente Tage zukommen. Am Sonnabend geht es in der Liga gegen Mönchengladbach. Vier Tage später muss Schalke gegen den FC Basel in der Champions League gewinnen, um nicht schon nach der Gruppenphase auszuscheiden.

Besser als Schalke machte es der BVB trotz der verletzungsbedingten Ausfälle von insgesamt sieben Stammspielern. Julian Schieber (19.) und Jonas Hofmann (49.) sorgten für den ungefährdeten Erfolg der Gäste, die zum dritten Mal in Folge ins Viertelfinale einzogen. Einzig die schwache Chancenverwertung gegen die Saarländer war ein Manko. „Hier roch es nicht eine Sekunde nach Sensation, das war die entscheidende Sache. Wir sind sehr, sehr zufrieden. Die Jungs mit wenig Spielpraxis haben ein fantastisches Spiel gemacht“, analysierte BVB-Coach Jürgen Klopp. „Bei der Chancenverwertung hätten wir noch ein bisschen konsequenter sein können, ansonsten war es aber perfekt“, so Klopp.

Joker Ilicevic lässt Hamburg jubeln

Für den HSV war ein Einwechselspieler der Matchwinner: Den Siegtreffer erzielte Ivo Ilicevic erst sechs Minuten vor Schluss und sorgte so dafür, dass Hamburg weiter vom ersten Titel seit 1987 träumen darf. Maximilian Beister hatte den HSV mit einem spektakulären Volleyschuss aus 16 Metern in Führung gebracht (42.). Adam Matuschyk glich nach einem haarsträubenden HSV-Abwehrfehler für Köln aus (54.), ehe Ilicevic die Hamburger mit einem Abstauber doch noch Jubeln ließ. „Respekt für den Gegner. Die Kölner gehören in dieser Form in die Bundesliga. Der Glücklichere hat am Ende gewonnen“, sagte HSV-Trainer Bert van Marwijk. Der Einzug ins Pokal-Viertelfinale spült bis zu zwei Millionen Euro in die Vereinskassen.