WM-Historie

Warum Meistertrainer Herberger nie bei einer WM-Auslosung war

Die Auslosung der WM-Gruppen am Freitag im mondänen Strandort Costa do Sauípe wird zu einer 90-minütigen Show, für 4,5 Mio. Euro wurde dafür extra ein Veranstaltungszentrum errichtet. Die meisten Trainer sind dabei selbst vor Ort.

Das war bei Helmut Schön noch anders. Er blieb daheim in Wiesbaden, die Auslosung für 1978 kam ihm dort zu spät im Fernsehen, er ging schlafen. Journalisten gab er seinen Kommentar vorher ab: „Es hätte schlimmer kommen können, aber auch besser. Das passt immer.“

Sein Vorgänger Sepp Herberger war nie auf einer Auslosung, warum auch? Anfangs war sie ja nicht mal frei zugänglich. 1930 wurde sie im Fifa-Büro Montevideo vorgenommen, als die nur 13 Mannschaften auch wirklich da waren.

Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde dazu übergegangen, schon ein halbes Jahr vor Turnieren die Lose zu ziehen. Seit 1966 schaut die Welt via TV zu. Es gab auch Pannen. 1982 sollte erstmals eine Maschine die Lose ziehen, doch drehte sich die Trommel so schwungvoll, dass Kugeln platzten. 1997 waren 38.000 Fans dabei– denn in Marseille fielen die Lose erstmals in einem Stadion. Seitdem wird die Ziehung von Altstars vorgenommen. So auch diesmal.