Union Berlin

Nach Platzverweis für Özbek ist Union schon drei Spiele ohne Sieg

Berliner Kritik am Schiedsrichter nach 0:3 in Kaiserslautern

Es gab Diskussionsbedarf. „Es ist bitter, wenn so ein ausgeglichenes Spiel durch das Schiedsrichtergespann entschieden wird. Ich sage nie etwas gegen Schiedsrichter. Aber heute hatte er wirklich keinen guten Tag“, schnaubte Torsten Mattuschka. Gemeint waren der Platzverweis gegen Baris Özbek kurz vor der Pause sowie das erste Gegentor, die Schiedsrichter Deniz Aytekin (Oberasbach) beide gegeben hatte. Für den Berliner Fußball-Zweitligisten waren es die Knackpunkte für das 0:3 (0:0) beim 1. FC Kaiserslautern.

„Klar geht die Hand von Baris nach hinten. Aber es ist ja kein Ellbogenschlag. Da spreche ich ihn von jeder Schuld frei“, nahm Union-Trainer Uwe Neuhaus seinen Mittelfeldspieler in Schutz. Es lief die 44. Minute auf dem Betzenberg, als sich Özbek mit jener ominösen Armbewegung seines Gegenspielers Olivier Occean entledigte, und dieser – sicher auch ein wenig theatralisch – zu Boden fiel. Schiedsrichter Aytekin ahndete dies als Tätlichkeit. Und auch wenn man es im Lager der Köpenicker Kicker nicht wahrhaben wollte: Die Entscheidung war vertretbar.

Die zweite strittige Situation, in der sich die Unioner benachteiligt sahen, geschah neun Minuten nach Wiederbeginn. Ein Freistoß segelte von der rechten Seite in den Union-Strafraum, wo sich Innenverteidiger Fabian Schönheim und Lauterns Stürmer Occean ein Gerangel lieferten, in deren Folge Schönheim zu Boden ging und Occean den Ball an Torwart Daniel Haas vorbei zum 0:1 einschieben konnte (54.). „Das war ein klares Foul. Ich lasse mich ja nicht aus Freude an der Lust fallen“, beklagte sich Schönheim nach der Partie: „So war die Partie natürlich entschieden.“ Auch Trainer Neuhaus bemerkte: „Da brauchen wir keine vier Mann als Schiedsrichter. Da können wir in Zukunft die Spiele lieber wieder gegenseitig pfeifen.“

Brandy einzige Spitze

Die zweite Niederlage im dritten sieglosen Spiel in Folge ausschließlich an Schiedsrichter Aytekin festzumachen, greift jedoch zu kurz. Denn auch vor dem Platzverweis für Özbek sah es nicht so aus, als könnten die Unioner vor 33.284 Zuschauern einen Sieg landen. Von Beginn an waren die Berliner zunächst darauf bedacht, kompakt zu stehen und den Pfälzern wenig Raum zu lassen. Neuhaus hatte dafür auf die beiden etatmäßigen Angreifer Simon Terodde und Adam Nemec verzichtet und sich für Sören Brandy in vorderster Front entschieden. „Wir wollen kombinieren, wir wollen Fußball spielen“, hatte der Coach noch vor dem Anpfiff erklärt, dafür brauche er bewegliche Spieler.

In der Praxis lief Union dem Gegner permanent hinterher. Immerhin hatte Brandy die Chance zur Führung, doch eine Mattuschka-Flanke köpfte er knapp über das Tor (7.). Auf der Gegenseite vergab Occean zwei gute Möglichkeiten (29., 36.), ehe er nach dem Wechsel dann doch traf. Florian Dick erhöhte nach einem Konter auf 0:2 (79.), indem er den aus seinem Tor heraus eilenden Haas überlupfte, Enis Alushi setzte drei Minuten vor dem Ende den Schlusspunkt.

So feierte Kaiserslautern den Sprung an die Tabellenspitze, weil gleichzeitig der 1. FC Köln überraschend eine 0:1-Heimpleite gegen den FC Ingolstadt kassierte. Union bleibt Vierter. Und haderte mit dem Schiedsrichter.