Bundesliga

Wahnsinn auf der Achterbahn

Schalke verspielt 2:0-Vorsprung in Frankfurt, dann rettet Höwedes kurz vor Ende einen Punkt

Dass sie gerade eines der spannendsten und spektakulärsten Bundesligaspiele dieser Saison gezeigt hatten, war den Mannschaften von Eintracht Frankfurt und Schalke 04 kurz nach dem Schlusspfiff nicht anzusehen. Fast alle Spieler sanken enttäuscht zu Boden, weil sie beim 3:3 (0:2) zwar viel für die Unterhaltung der 51.500 Zuschauer, aber zu wenig für ihre eigene Tabellensituation getan hatten.

Vor allem für die Frankfurter war die 90-minütige Achterbahnfahrt mit einem schnellen 0:2-Rückstand, einer 3:2-Führung und dem abermals späten Ausgleich durch Benedikt Höwedes (86.) am Ende „sehr, sehr bitter“, wie Trainer Armin Veh befand. Zum achten Mal in Serie blieb seine Mannschaft in der Bundesliga ohne Sieg. Zum sechsten Mal in den vergangenen sieben Spielen kassierte sie dabei in den letzten Minuten noch ein entscheidendes Tor. „Das sind typische Begleitmerkmale einer Mannschaft, die unten steht“, sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. „Wenn man 3:2 führt, so nah dran ist und dann wieder kurz vor Schluss zwei Punkte verliert, dann ist das nicht erfreulich.“

Ein Eigentor von Johannes Flum (14.) und ein Kopfball von Joel Matip (18.) hatten die Schalker äußerst glücklich in Führung gebracht. Erneut Flum (56.) und der fast schon in der Versenkung verschwundene Joselu (61./68.) drehten die Partie dann binnen 14 Minuten. Am Ende hatte Schalke durch Höwedes doch noch das letzte Wort, weil die Mannschaft nach einem lange Zeit pomadigen Auftritt wenigstens nach dem Rückstand noch einmal Zug zum Tor zeigte. „Für die Zuschauer war das ein tolles Spiel. Für uns Trainer ist so etwas der Wahnsinn“, sagte Schalke-Coach Jens Keller.

Der Kommentar des 43-Jährigen verriet, dass das ständige Auf und Ab dieser so gut besetzten Mannschaft die Verantwortlichen langsam zur Verzweiflung treibt. Schon in Hoffenheim hatte das Team nach einer schnellen 2:0-Führung nur 3:3 gespielt. „Es hat heute Phasen gegeben, da würde man in der Schule sagen: Setzen, Fünf“, meinte auch Sportdirektor Horst Heldt. „Wir haben einiges zu besprechen, was wir falsch gemacht haben und besser machen müssen.“

Die Frankfurter können immerhin aus einer starken Leistung über weite Strecken der zweiten Halbzeit neues Selbstvertrauen schöpfen. Und aus der „Explosion“ von Joselu, wie Vorstandsmitglied Axel Hellmann die Leistung des Stürmers kommentierte. Der Spanier kam vor der Saison auf Leihbasis von 1899 Hoffenheim, stand bislang aber nur am ersten Spieltag in der Anfangsformation. Auch gegen Schalke durfte er nur spielen, weil Torjäger Alexander Meier wegen Knieproblemen ausfiel.