WM-Qualifikation

Ribéry und der verzweifelte Kampf gegen das WM-Aus

Frankreich hilft gegen die Ukraine nur ein hoher Sieg

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen: Witzbolde haben auf einem Internet-Schnäppchenportal die französische Fußball-Nationalmannschaft für Garten- und Hausarbeiten im WM-Monat Juni 2014 zur Versteigerung ausgeschrieben. Mindestgebot: 1 Euro. Dabei ist der Mannschaft um Superstar Franck Ribéry von Triple-Sieger FC Bayern München vor dem Play-off-Rückspiel am Dienstag (21 Uhr) im Stade de France von St. Denis gegen die Ukraine (Hinspiel 0:2) alles andere als zum Lachen zumute. Der Equipe Tricolore droht das erste Verpassen einer WM-Endrunde seit 20 Jahren – damals scheiterten die Franzose an Bulgarien und einem gewissen Emil Kostadinow (Bayern München).

Natürlich geht es am Dienstag auch um den Kopf von Trainer Didier Deschamps. Der hatte nach seinem Amtsantritt 2012 die WM-Qualifikation als oberstes Ziel ausgegeben und angekündigt: „Wenn wir nicht nach Brasilien fahren, trete ich zurück.“

Die Aussage hat sich inzwischen überholt: Die Verlängerung seines Vertrages bis zur EM 2016 hängt längst von einer WM-Teilnahme ab. Nicht auszudenken, wenn der Verband nach Raymond Domenech (bis 2010) und Laurent Blanc (bis 2012) schon wieder einen neuen Trainer suchen müsste. Bald gehen dem Verband die Weltmeister-Galionsfiguren von 1998 aus. Klar ist, Ribéry und Co. hilft nur ein Sturmlauf gegen die Ukrainer. „Wenn ich nicht an ein Wunder glaube, wie sollen es dann die Spieler tun?“, sagte Deschamps fast schon fatalistisch und spricht das an, was die gesamte Grande Nation denkt: Frankreich braucht ein Fußball-Wunder, um das WM-Ticket doch noch zu lösen.

Torjäger Olivier Giroud vom FC Arsenal deutete an, dass die französische Auswahl nochmals alles abrufen werde. „Wir sind bereit, auf dem Platz zu sterben, um die Leute stolz zu machen“, sagte er martialisch. Deschamps wird im Mittelfeld wohl Samir Nasri durch Mathieu Valbuena ersetzen und muss einen Vertreter für den gesperrten Laurent Koscielny finden. Ansonsten wirkt er aber hilflos, denn er hat 42 Spieler in 17 Spielen eingesetzt, zwölf Neulinge gebracht, sieben Siege, sechs Niederlagen kassiert, vier Unentschieden verbucht, aber keine Mannschaft gefunden.

Ohne ihren Topstürmer Kolbeinn Sigthorsson spielt die isländische Nationalmannschaft am Dienstag in Kroatien um die erste WM-Teilnahme ihrer Fußball-Geschichte. Der Torjäger von Ajax Amsterdam ist nach seiner Sprunggelenksverletzung im Hinspiel (0:0) nicht rechtzeitig für die entscheidende Play-off-Partie fit geworden und konnte die Reise der Isländer nach Zagreb nicht mit antreten.