Weltcup-Slalom

Salto statt Sieg

Flugrolle beim Slalom in Levi verhindert Topplatzierung von Neureuther

Felix Neureuther blickte erstaunt den Slalom-Hang hinauf und zuckte ratlos mit den Schultern. Aussichtsreich war das Technik-Ass von Rang zwei in das Torlauf-Finale von Levi gestartet – und sorgte statt mit einer Siegfahrt nur mit einem spektakulären Salto für Aufsehen. Artistisch verhinderte der fünfmalige Weltcupsieger durch die Flugrolle zwar einen Einfädler, rettete sich aber nur noch als 27. weit hinter dem überlegenen Sieger Marcel Hirscher ins Ziel. „Das muss man auch erst einmal zusammenbringen, nach einem Salto noch weiterzufahren und unter den Top 30 zu sein“, sagte Alpindirektor Wolfgang Maier und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Auch das bekommt Anerkennung.“

Vom Tempo her Weltspitze

„Ich weiß, ich kann schneller fahren“, hatte Neureuther kurz vor dem Finale noch einen Angriff auf seinen Rivalen Hirscher angekündigt. Der Prophezeiung „Levi und Felix Neureuther, diese Kombination ist immer für eine Überraschung gut“ ließ er dann auch Taten folgen. Wie schon bei seinem Aus im Riesentorlauf von Sölden zum Saisonauftakt verließ Neureuther aber auch Finnland zumindest im Wissen, ohne zählbares Top-Resultat mit seiner Geschwindigkeit zur absoluten Spitze zu gehören. „Das ist sicher etwas Positives, dass er bei den Leuten ist“, analysierte Maier angesichts des späten Trainingsstarts seines Spitzentechnikers nach einer Sprunggelenk-OP im Sommer. Neureuther hatte beinahe die gesamte Saisonvorbereitung verpasst. „Ich brauche einfach noch das Training“, sagte der Bayer.

Auch Teamkollege Fritz Dopfer sorgte nicht für das erhoffte erste Top-Resultat des deutschen Herren-Teams im Olympia-Winter und fiel im zweiten Durchgang von Rang acht auf zwölf zurück. Damit erfüllte der Athlet des SC Garmisch zumindest aber die halbe Norm für Sotschi. Philipp Schmid schied nach dem 21. Platz im zweiten Lauf aus, Stefan Luitz verpasste als 42. das Finale. „Vom Ergebnis ist das sicher nicht das, was wir uns vorgestellt haben“, sagte Alpindirektor Maier, der sich vom Saisonauftakt vor den Überseerennen ein „bisschen enttäuscht“ zeigte.

Hirscher mit Jubiläumserfolg

Die hohen Erwartungen erfüllte hingegen wieder einmal Gesamtweltcupsieger Hirscher. Mit 0,62 Sekunden Vorsprung setzte sich der 24-Jährige vor seinem Landsmann Mario Matt durch und feierte den 100. Slalomsieg Österreichs im Weltcup. „Es hat meine Erwartungen übertroffen. Es glaubt mir aber eh keiner mehr, dass es nicht so leicht ist, wie es ausschaut“, sagte Hirscher. „Aber es ist viel harte Arbeit. Ich bin extrem froh, dass ich es umsetzen konnte.“

Wolfgang Maier erlebte somit in Finnland ein Wochenende mit Licht und Schatten, denn am Sonnabend hatten die Frauen geglänzt. Doppel-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch war nach ihrem zweiten Platz im Slalom überglücklich. Die Partenkirchenerin löste damit auch nach dem Ausscheiden beim Weltcup-Auftakt in Sölden vor drei Wochen das Ticket für die olympischen Winterspiele in Sotschi. Zudem fuhren Christina Geiger (Oberstdorf) auf Rang sechs und Barbara Wirth (Lenggries) mit hoher Startnummer 52 auf Rang zwölf. „Ich bin mehr als zufrieden, das Frauen-Ergebnis ist sicher sehr, sehr positiv“, sagte der deutsche Alpindirektor.