EHF-Pokal

Füchse fiebern dem wichtigsten Spiel des Jahres entgegen

Berliner treten Mittwoch im EHF-Cup gegen Brest an

Volker Zerbe musste erst einmal tief durchatmen. Der knappe 29:28-Erfolg der Füchse Berlin in der Handball-Bundesliga beim TuS N-Lübbecke hatte an den Nerven des Sportkoordinators gezerrt. „Das Spiel ist aber schon wieder fast abgehakt“, sagte der ehemalige Nationalspieler nur wenige Minuten nach dem Schlusspfiff am Samstagabend. „Jetzt gilt unsere volle Konzentration Brest.“ Der Hauptstadtklub empfängt die Weißrussen am Mittwoch (19 Uhr, Max-Schmeling-Halle) zum Hinspiel um den Einzug in die Hauptrunde des EHF-Pokals.

In diese will der Tabellendritte der Bundesliga unbedingt einziehen. Die Berliner träumen davon, den Europapokal der Europäischen Handballföderation zu gewinnen – und das am besten in eigener Halle. Um die Ausrichtung des Final-Turniers der besten vier Mannschaften haben sich die Füchse bereits beworben. Die Entscheidung, wo das Event stattfindet, steht noch aus. Fakt ist jedoch: Sollten die Füchse nicht in die Hauptrunde einziehen, bliebe das Final-Turnier eine Wunschvorstellung.

„Das sind zwei Spiele, in denen es um alles geht. Da kannst du später nichts mehr korrigieren“, sagte Geschäftsführer Bob Hanning. „Brest hat eine wirklich starke Mannschaft. Das Potenzial des Teams wird bei vielen unterschätzt.“ Das spiegelt sich auch in den Vorverkaufszahlen wieder. „Es ist schleppend“, sagte Hanning. „Doch eins ist klar: Wir brauchen die Halle.“

Und die Füchse brauchen am Mittwoch auch wieder einen Mattias Zachrisson in Top-Form – genau wie beim Auswärtserfolg in Lübbecke. In der letzten Sekunde traf der schwedische Nationalspieler und sicherte damit den Füchsen den zehnten Liga-Saisonsieg im 14. Spiel. „Das war ein unglaubliches Tor“, sagte Zerbe. „Aus spitzem Winkel hat er den Ball ins obere Eck eingeschweißt. Das war einfach sensationell.“

Überragend war die Leistung des Hauptstadtklubs, der neben Jesper Nielsen (Nasenbeinbruch) kurzfristig auf Rückraumspieler Pavel Horak (muskuläre Probleme) verzichten musste, nur in der Anfangsphase. Nach zehn Minuten lagen die Gäste bereits mit 7:3 in Führung. Anschließend gelang den Berlinern jedoch nichts mehr. Das muss am Mittwoch gegen Brest besser werden.