Erledigt

Nach Fan-Aktion: Keine Strafe für Alba durch die Liga

Geschäftsführer Baldi spricht von „versuchter Kampagne“

Die Verantwortlichen bei der Basketball-Bundesliga (BBL) haben beide Parteien gehört – und schnell eine Entscheidung gefällt. Bundesligist Alba Berlin wird nach einer Fan-Provokation gegen den ehemaligen Alba-Spieler Heiko Schaffartzik nicht bestraft. „Nach unserer Auffassung ist der konkrete Sachverhalt nicht dazu angetan, erhebliche Besorgnis zu entwickeln. Und nach unserer Auffassung handelt es sich hierbei nicht um ein Kreuz, sondern um eine laienhaft gefertigte Haltekonstruktion“, teilte Liga-Geschäftsführer Jan Pommer am Donnerstag mit.

Im Alba-Fanblock war am Sonntag beim Bundesliga-Highlight Alba gegen Bayern München (94:74) ein Schaffartzik-Trikot mit der Aufschrift „Verkauft“ und „kein Berliner“ an einem Kreuz aus Metallstangen hochgehalten worden. Bayern München, an der Spitze Sportdirektor Marko Pesic, hatte sich darüber empört, zudem erhob Pesic heftige Vorwürfe gegen Alba-Geschäftsführer Marco Baldi, den er als „Marktschreier“ bezeichnete. Die BBL führte nach den Münchner Vorwürfen Gespräche mit beiden Klubs, um sich ein Bild zu verschaffen. Besagte Trikot-Präsentation sei, so Pommer, „im Ergebnis eher bedenklich als zu verurteilen“.

Als „reine Stimmungsmache der Bayern“ bezeichnete Albas Sportdirektor Mithat Demirel das Ganze. Als sich die Familie Schaffartzik während des Spiels bei Baldi über das Kreuz beschwert habe, sei dieser zu den Fans gegangen – und Konstruktion samt Trikot seien heruntergenommen worden. Von Münchner Seite war behauptet worden, Baldi habe das aufgehängte Trikot gebilligt. „Wer in der Halle war oder sich die Bilder genau anschaut, der erkennt, wie konstruiert diese versuchte Kampagne ist“, erklärte Baldi. Das Schlusswort von Pommer: „Für uns ist diese Sache abgeschlossen.“

Am Sonnabend (O2 World, 19 Uhr) steht für Alba gegen Ulm das nächste Spiel gegen ein Spitzenteam der Liga auf dem Programm. Zwar haben die Ulmer vor der Saison ihren Star John Bryant an Bayern München verloren, Alba-Coach Sasa Obradovic warnt dennoch: „Das ist eine sehr starke Mannschaft, die jetzt mehr aus der Distanz zum Erfolg kommt.“ Im Eurocup gewann Ulm am Mittwoch in Varese 78:77.