Basketball

Alba verliert im allerletzten Moment den Klassiker in Bonn

Die erste Führung 6,3 Sekunden vor Schluss reicht nicht

An dieser Niederlage werden die Basketballer von Alba Berlin noch zu knabbern haben. Sie blieben bei den Baskets in Bonn offensiv vieles schuldig, allerdings auch mit viel Biss im Spiel. 6,3 Sekunden ging das Team von Sasa Obradovic erstmals bei diesem Klassiker 59:57 in Führung. Dann foulte Alex King Bonns Benas Veikalas nicht konsequent genug. Der drehte mit einem Drei-Punkte-Spiel die Partie erneut. Berlins letzter Versuch von David Logan schlug fehl – Alba verlor denkbar knapp 59:60 (23:33).

„Eine unglückliche Niederlage“, fand Sportdirektor Mithat Demirel. „Wir haben uns trotz aller Offensiv-Probleme über Willen und Kampf eine Chance erarbeitet. Das Spiel darf man eigentlich nicht mehr abgeben.“

Es war bereits das zweite Duell beider Teams in dieser Saison. Vor knapp drei Wochen hatte Alba zum Auftakt des Eurocups die Baskets mit einem Offensiv-Feuerwerk mit 86:65 nachgerade demontiert. Davon konnte am Sonnabend keine Rede sein. Die Berliner starteten mit Uros Slokar in der ersten Fünf, der für den verletzten Leon Radosevic erst am Donnerstag zur Mannschaft gestoßen war. Es war wie schon unter der Woche beim 71:85 in Rom zu sehen, dass Alba durch die Verletzung Radosevics im Angriff eine entscheidende Option fehlt. Das Team von Sasa Obradovic traf anfangs kaum etwas, lag 0:6 (4.) und 4:10 (6.) zurück, blieb aber halbwegs im Spiel, weil es sich gleich eine Überlegenheit bei den Rebounds erkämpfte – nach sechs Punkten in Folge durch Levon Kendall hieß es nur noch 8:11 (10.).

Dass es für Alba so ungleich schwerer war als bei der Eurocup-Gala zuvor, lag auch daran, dass die Bonner nach mittlerweile fünf Siegen in Folge als selbstbewusster Tabellenzweiter der Bundesliga antraten.

Schwache Würfe auf beiden Seiten

Alba hatte Glück, dass sich die Erfolgsserie der Gastgeber nicht in einer entsprechenden Wurfquote niederschlug. Auch Bonns Ausbeute blieb mäßig. Als Alex King mit dem ersten Dreier im achten Berliner Versuch sein Team auf 19:22 (17.) heranbrachte, hätte die Partie kippen können, aber außer King traf in dieser Phase niemand – 23:33 zur Halbzeit.

Positiv war, dass Alba nach nur 23 eigenen Punkten noch nicht aussichtslos zurücklag. Die Berliner trafen aber weiterhin wesentlich schlechter als der Gegner, dominierten das Rebound-Duell, das am Ende 46:32 endete, noch immer so klar, dass sich Bonn nicht entscheidend absetzen konnte. Aus dem 27:41 (24.) war Alba nach zwei Dreiern von Vojdan Stojanovski sowie Freiwürfen von Kendall zum 50:53 (36.) wieder in Schlagdistanz. Das Spiel stand dank weiterer fünf Punkte Stojanovskis, der 36 Sekunden vor dem Ende zum 57:57 ausglich, auf der Kippe. David Logan, der bis zu diesem Zeitpunkt ganze vier Punkte auf seinem Konto hatte, brachte Alba dann tatsächlich erstmals in Führung. 6,3 Sekunden reichten dann aber nicht, die Punkte mit nach Berlin zu nehmen.

Viel Zeit, sich von dieser Niederlage zu erholen, bleibt nicht. Dienstag (20 Uhr) kommt BCM Gravelines nach Berlin, in der Gruppe D des Eurocups das einzig noch ungeschlagene Team.