Wintersport

Pechstein-Kritik stellt deutschen Sport vor eine Belastungsprobe

Angebliche Drohungen, verunsicherte Sportler und viele offene Fragen: 100 Tage vor Olympia in Sotschi stellt die Pechstein-Petition den deutschen Sport vor eine Belastungsprobe.

Es steht die Frage im Raum, ob potenzielle Olympia-Teilnehmer erpresst wurden, den Aufruf zu ignorieren. Sicher ist: Die Athletenvereinbarung stößt auf wachsende Kritik, der designierte DOSB-Chef Alfons Hörmann kündigte bereits erste Konsequenzen an.

„Dass meinen Kollegen damit gedroht wird, sie nicht für Olympia zu nominieren, wenn sie die Erklärung nicht unterzeichnen, ist ein Skandal“, sagte Pechstein der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Ein Bundestrainer soll erklärt haben, dass er bei der Nominierung für Sotschi Sportler bevorzugt, die Pechsteins Petition nicht unterschreiben.

Claudia Pechstein hatte in ihrem Aufruf die Athletenvereinbarung hinterfragt. Den Athleten sei bei ihrer Unterzeichnung nicht bewusst, dass sie auf das Grundrecht verzichten, selbst in existenziellen Fragen ein deutsches Gericht anrufen zu können. 55 Sportler wie Olympiasieger Robert Harting (Diskus) und die Weltmeister Raphael Holzdeppe (Stabhochsprung) und Christina Obergföll (Speerwurf) hatten die Petition unterzeichnet.

Trotz ihrer harschen Kritik will Pechstein die neue Athletenvereinbarung unterschreiben. „Mir bleibt ja nichts anderes übrig, der Zwang zur Unterschrift besteht nach wie vor. Wenn ich dem nicht nachgebe, platzt mein Olympia-Traum“, sagte die Berlinerin.

( sid )