Basketball

Alba in Not: Center Radosevic fällt mindestens sechs Wochen aus

Sasa Obradovic war kurz nach dem 71:68 im Eurocup gegen Cai Saragossa noch optimistisch gewesen.

„Ich glaube, das sieht nicht so schlimm aus“, sagte der Trainer von Alba Berlin mit Blick auf die Verletzung am linken Fuß, die Center Leon Radosevic zu Beginn des zweiten Viertels erlitten hatte. Am Mittag danach gab es allerdings die niederschmetternde Diagnose: Der 23-jährige Kroate hat einen Riss im Außenband und einen Anriss des vorderen Syndesmosebandes. Die medizinische Abteilung geht von einer Zwangspause von fünf bis sechs Wochen aus. Bis Radosevic wieder im Vollbesitz seiner Leistungsstärke sein wird, wird es wohl noch länger dauern.

„Ärgerlich“ nennt Albas Sportdirektor Mithat Demirel die Verletzung. Gerade war das fast komplett neu zusammengestellte Berliner Basketballteam auf einem so guten Weg, besonders Radosevic war zu einem ganz wichtigen Faktor geworden. „Wir haben Spieler, die das abfangen können“, erklärt Demirel, „das hat sich gegen Saragossa ja gezeigt.“ Zudem habe man einen tiefen Kader. Dass Alba sich nach zumindest temporärem Ersatz umschauen wird, will er aber auch nicht kategorisch ausschließen: „Wir werden das in aller Ruhe besprechen.“

Am Sonnabend gegen den Mitteldeutschen BC (19 Uhr, O2 World) wird man auf alle Fälle nur auf den vorhandenen Kader zurückgreifen können. Dann gilt Demirels Satz, dass eben andere einspringen müssen. Besonders gut machte das gegen Saragossa Jonas Wohlfarth-Bottermann. „Natürlich habe ich von Leons Pech profitiert“, sagte der 23-Jährige, wissend, dass er sonst nicht 26 Minuten zum Einsatz gekommen wäre. Aber der 2,08 Meter große Center machte seine Sache hervorragend, nicht nur, weil er 15 Punkte erzielte. Lächelnd nahm er den Beifall der Fans entgegen, die ihn mit „Wobo“-Rufen feierten.

Einen „hervorragenden Job“ habe Wohlfarth-Bottermann gemacht, meinte auch Obradovic. „Er hat gezeigt, dass er ein ganz großes deutsches Talent ist.“ Geschäftsführer Marco Baldi durfte sich durch die Leistung der jungen deutschen Spieler – nicht nur gegen Saragossa – bestätigt sehen, dass man den richtigen Weg beschritten hat, einheimische Talente mit langfristigen Verträgen auszustatten. „Sie haben alle einen Willen ohne Ende, aber sie müssen sich auch noch richtig orientieren.“

Denn für Spieler wie Wohlfarth-Bottermann, Alex King oder Akeem Vargas, die aus Bonn, Würzburg und Göttingen kamen, tue sich in Berlin eine neue Welt auf. Nicht nur sportlich. „Sie spielen auf einmal vor acht- bis zehntausend Zuschauern, haben mit vielen Medien zu tun und ihre Facebook-Likes haben sich multipliziert.“ Baldi setzt auf den Trainer: „Nur gut, dass Sasa streng ist, sonst würde der eine oder andere vielleicht schnell zu hoch fliegen.“