Gericht

Weltverband schlägt zurück und greift Pechstein an

Nach der erneuten Selbstanzeige von Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein hat der Eislauf-Weltverband ISU zur Gegenoffensive ausgeholt und Diagnosen von Blutexperten bestritten, die Pechsteins schwankende Werte mit einer vererbten Blutanomalie erklärten.

Die Selbstanzeige von Pechstein bewertet die ISU als „Irreführung der Medien und der Öffentlichkeit“. Die Ausführungen der Experten enthielten „keine Hinweise, die das Blutprofil- und die Retikulozytenwerte wie solche von Claudia Pechstein erklären könnten“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Nach ihrer zweijährigen Sperre zwischen 2009 und 2011 versucht die Berlinerin mit einer Klage vor dem Landgericht München, den Weltverband für eine Fehlentscheidung haftbar zu machen. In ihrer jüngst eingereichten Selbstanzeige beklagte Pechstein, dass die ISU erhöhte Retikulozyten-Werte im Dezember 2009 gemessen hatte, ohne ein erneutes Verfahren gegen sie einzuleiten.

In den Verhandlungen vor dem Sportgerichtshof CAS hatte die ISU begründet, die Werte könnten nur durch Doping erzielt worden sein. Der Verband habe nun dem Münchner Gericht ein Diagramm mit den vier höchsten Retikulozyten-Werten Pechsteins vor der Sperre 2009 vorgelegt. „Überraschend ist nun zu beachten, dass die Retikulozyten-Werte seit April 2011 stabil in einem normalen Bereich liegen“, hieß es. Dass aber seit April 2011 auch ein neues Messgerät mit niedrigeren Grenzwerten zum Einsatz kommt, wird nicht erwähnt.