Würdigung

Meisterehrung und Chefbesuch bei den Eisbären

Es gibt Geschenke, und zwar für alle. Sofern sie kein Trikot der Straubing Tigers tragen.

Die Spieler des EHC Eisbären hingegen bekommen Ringe, sie dürfen sich kurz noch einmal an ihre Heldentaten der vergangenen Saison erinnern, als sie den siebten Titel in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gewannen. Ein Meisterbanner wird aufgezogen, die Zuschauer erhalten auch eines gratis in einer Miniatur als Pin. Und Philip F. Anschutz, der Milliardär und Eisbären-Besitzer, der alles bezahlt, wird lächelnd Beifall klatschen bei einem seiner seltenen Besuche.

Das nett hergerichtete Umfeld hätte dann auch spitzenmäßigen Sport verdient. Doch etwas unpassend laufen in den Berlinern und den Straubingern nur der aktuell Drittletzte und der Letzte der Tabelle auf (16.30 Uhr, O2 World). Immerhin gewannen die Eisbären am Freitag bei den Augsburger Panthern 4:3 nach Penaltyschießen, hätten sie verloren, wären sie das Schlusslicht gewesen. Statt peinlicher Betretenheit herrscht nun gute Laune. „Es war unsere beste Saisonleistung. Kampf und Einsatz haben zu 100 Prozent gestimmt“, sagte Trainer Jeff Tomlinson. Der muss am Sonntag sogar selbst ran auf dem Eis. Vor dem DEL-Spiel findet noch eine Benefizpartie der Sven Felski Allstars gegen eine Gazprom-Auswahl statt (12 Uhr). Dort werden ganz sicher auch viele Geschenke verteilt, dann aber in Form von leicht zu erzielenden Toren.