Bundesliga

Gross ist Favorit auf den Trainerposten beim 1. FC Nürnberg

Von Christian Gross bis Thomas Schaaf, von Bruno Labbadia bis Felix Magath: Bei Fußball-Bundesligist 1. FC Nürnberg läuft nach der Entlassung von Trainer Michael Wiesinger die Suche nach einem neuen Trainer auf Hochtouren – und gehandelt werden im aufgeregten Umfeld des fränkischen Traditionsvereins derzeit die üblichen Verdächtigen. Aussichtsreicher Kandidat beim Club soll der Schweizer Gross sein.

„Wir hoffen, dass wir bei der Wahl des neuen Trainers ein glückliches Händchen haben“, sagte Aufsichtsratschef Klaus Schramm. Sportvorstand Martin Bader kündigte eine Entscheidung „in den nächsten Tagen“ an. „Ich traue mir schon zu, dass ich zusammen mit meinen Kollegen einen Trainer finde, der gerne beim 1. FC Nürnberg arbeitet“, sagte der 45-Jährige. Die Spekulationen wollte Bader aber nicht kommentieren.

Bis zur Jahreshauptversammlung am Montag soll die Personalie spätestens geklärt sein, um nach der sportlichen Talfahrt nicht noch mehr Unruhe aufkommen zu lassen. Zudem soll der neue Coach vor den anstehenden schweren Auswärtsspielen in Frankfurt (19. Oktober) und Stuttgart (25. Oktober) einen gewissen Vorlauf haben.

Auch die Spieler auf dem Prüfstand

Gesucht wird nach der gerade einmal 287 Tage andauernden Amtszeit von Wiesinger nun ein Coach, der in erster Linie über viel Erfahrung verfügt. In dieses Profil passt der 59 Jahre alte Christian Gross, der 2009/2010 in Stuttgart und bis April 2012 bei Young Boys Bern tätig war, zudem den FC Basel und Grasshopper Zürich zu sechs Meisterschaften und fünf Pokalsiegen geführt hat. Als Favoriten neben Gross werden auch noch der Ex-Bremer Schaaf (bei Werder im Mai nach 14 Jahren entlassen) und Labbadia (bis Ende August in Stuttgart) genannt. Felix Magath, der 1997/98 schon einmal erfolgreich beim Club gearbeitet hat und bis Ende 2012 in Wolfsburg tätig war, Holger Stanislawski (zuletzt Köln), Markus Babbel (Hoffenheim) und Norbert Meier (Düsseldorf) sind weitere Namen auf der umfangreichen Gerüchte-Liste.

Bis zur Präsentation des neuen FCN-Trainers wird Roger Prinzen, normalerweise Coach der Nürnberger U23, die Profis interimsmäßig betreuen. Die Laufeinheit am Dienstag, die sogar unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, leitete jedoch Athletiktrainer Markus Zidek. Dem stand allerdings nur ein Mini-Kader zur Verfügung, da neun Spieler des Clubs noch bis Mitte der kommenden Woche mit ihren Nationalmannschaften im Einsatz sind. Bader kündigte nach dem jüngsten 0:5-Debakel gegen den Hamburger SV und bisher acht Ligaspielen ohne Sieg bereits an, auch die Mannschaft auf den Prüfstand zu stellen. „Wir werden genau hinschauen, wer in der Lage und bereit ist, erfolgreich für den 1.FCN Fußball zu spielen“, sagte er.

Wiesinger war nicht mehr zugetraut worden, das Ruder noch einmal herumzureißen. „Leider haben die letzten Spiele gezeigt, dass kein kontinuierlicher Aufwärtstrend erkennbar ist“, sagte Bader nach einer Krisensitzung des Vorstandes und des Aufsichtsrates am Montagabend, an dessen Ende die Demission von Wiesinger und dessen Kollegen Armin Reutershahn stand.