Eishockey

Eisbären suchen nach fünfter Niederlage neues Selbstvertrauen

Eine Niederlage beim Tabellenletzten kann schon mal passieren – auch einem Meister. Die Sache erscheint allerdings in einem anderen Licht, weil die Berliner Eisbären mit dem 1:3 bei der Düsseldorfer EG die fünfte Niederlage in Folge kassierten. Am siebten Spieltag wohlgemerkt. Seit den Siegen in den ersten beiden Spielen der Saison in Ingolstadt und gegen Iserlohn blieben weitere Erfolge aus. Der Druck auf den neuen Coach Jeff Tomlinson wächst.

Dem Eisbären-Trainer, der in diesem Sommer die Nachfolge Don Jacksons angetreten hatte, blieb nichts anderes übrig, als dem Gegner zu gratulieren. „Sehr solide“ habe die DEG gespielt und ihr Torwart Bobby Goepfert „überragend“. Über sein Team sagte Tomlinson: „Wir hatten zwar den größeren Anteil des Spiels, aber wir waren weniger effizient als die Gastgeber. Trotz der Niederlage haben wir uns an einigen Stellen im Vergleich zu den vergangenen Spielen in dieser schwierigen Situation verbessert.“ Viele Chancen hätte sich seine Mannschaft erspielt „und wenige zugelassen. Doch am Ende waren wir nicht gut genug, um dies in einen Punktgewinn umzusetzen.“

Womit er wohl vor allem seine Offensiv-Abteilung gemeint haben dürfte. Erspielen sich die Eisbären weiterhin viele Chancen, ohne sie jedoch zu nutzen, dürfte der Druck noch sehr viel größer werden. Denn beim Blick auf die Ergebnisse der Niederlagen-Serie springt ins Auge, dass die Eisbären in den fünf Spielen ganze vier Mal den Puck im gegnerischen Tor unterbringen konnten. Kein Tor in Krefeld, je eines in den Heimspielen gegen Wolfsburg und Köln sowie in Nürnberg und zuletzt Düsseldorf. Tomlinsons Männer hätten also fünfmal zu Null spielen müssen, um zu punkten.

„Niemanden interessiert, wie viele Chancen du hattest oder ob du den Pfosten getroffen hast“, sagt Manager Peter John Lee, einstmals selbst ein Stürmer. „Wenn du Probleme im Abschluss hast, verlierst du dein Selbstvertrauen, und das müssen wir jetzt wieder aufbauen.“ In das „Wir“ zieht Lee ausdrücklich Coach Tomlinson mit ein, obwohl es für sein Team fünf Niederlagen am Stück zuletzt in der Saison 2006/07 gegeben hatte. „Die Frage, ob Jeff unter Druck ist, kann natürlich jeder stellen“, sagt der Manager. „Aber der Druck liegt auf uns allen. Wir sind eine Mannschaft und sitzen in einem Boot. Da bringt es gar nichts, einen Einzelnen ins Wasser zu werfen. Wir schauen nach vorn.“

Und das wohl mit Respekt. Denn am Freitag tritt der EHC bei den Schwenninger Wild Wings an, die zuletzt viermal gewannen. Ein Sieg dort würde dem Selbstvertrauen sicher gut tun.