Pferderennen

Neatico deklassiert die Konkurrenz

12.800 Zuschauer beim Preis der Deutschen Einheit. Rennbahn Hoppegarten im Aufwind

400 Meter vor dem Ziel fiel die Entscheidung im 23. Preis der Deutschen Einheit. Als Neatico unter Jockey Andrasch Starke auf der Galopprennbahn Hoppegarten zum großen Finale ansetzte, war der Rest der Konkurrenz Momente später zu Statisten degradiert. Der Sechsjährige aus dem Gestüt Ittlingen legte Länge um Länge vor und gewann deutlich vor Destor unter Jozef Bojko und dem Favoriten Vanishing Cupid, der von Fabrice Veron geritten wurde. Der ehemalige Ministerpräsident von Brandenburg, Manfred Stolpe, überreichte den Preis; außerdem konnte sich der Sieger über 50.000 Euro Gewinnprämie des mit insgesamt 85.000 Euro dotierten Europa-Gruppe-III-Rennens freuen.

Aber auch andere hatten Grund zur Freude. Bei wunderschönem Herbstwetter waren 12.800 Zuschauer auf die Rennbahn ins Grüne gekommen – so viele wie noch nie, seit Gerhard Schöningh 2008 deren Eigentümer geworden war. Nach der Saison ist für ihn nun schon wieder vor der Saison. Und so geht es für Schöningh auch schon „ab kommenden Montag“ in die intensiven Vorbereitungen für 2014: „Ich hoffe, dass wir zehn Renntage präsentieren können, dass uns diesmal das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, wie zu Ostern 2013, als der Schnee die Bahn unbenutzbar gemacht hatte.“

Die wichtigste Voraussetzung für einen guten Start, nämlich Planungssicherheit, ist gegeben. Denn die Rennbahn ist in das Denkmalpflegeprogramm für national wertvolle Kulturdenkmäler aufgenommen worden. Das bietet die Gewähr, dass alle Maßnahmen im Bereich der Denkmalpflege und der Sanierung entsprechender Gebäude und anderer Bestandteile der Anlage (also keine Neubauten) zu günstigen Konditionen aus Mitteln des Bundes und des Landes Brandenburg gefördert werden. Die Budgetobergrenze liegt bei 750.000 Euro.

Erinnerung an alte Zeiten

„Wir können dadurch bei einer Eigenleistung von 250.000 Euro immerhin auf Hilfe in Höhe von 500.000 Euro bauen. Das ist ein echtes Pfund, mit dem man wuchern kann“, freut sich Schöningh über die Unterstützung. Das Programm ist für einen Zeitraum von sieben Jahren bestätigt, dabei müssen die abzurufenden Mittel in jedem Jahr gesondert und detailliert beantragt werden. Das Ziel aller geplanten Maßnahmen ist deckungsgleich mit einer Beschreibung der Bahn aus dem Gründungsjahr 1868.

Dort hieß es: „Die Anlage und Ausführung der Tribünen ist eine musterhafte. Aus Eisen und Stein hergestellt, von außen einen leichten und gefälligen Anblick bietend, besitzen sie den großen Vorzug, dass dem Besucher von jedem Platze aus eine vollständige Übersicht der Bahn gewährt wird.“ Noch im Oktober sollen die ersten Arbeiten beginnen. Dazu gehören die Sanierung des Zielturmes und eine Erweiterung des überdachten Zuschauerbereiches.

Auch wenn noch keine abschließenden Zahlen vorliegen: Die Bahn hat erneut an Attraktivität gewonnen. Die Wettumsätze sind gestiegen, auch wegen der Neufassung der Umsatzverwendung bei den von Buchmachern platzierten Wetten zu Gunsten aller deutschen Rennbahnen. „Natürlich habe ich noch keinen abschließenden Überblick, aber es gab Renntage, an denen wir unsere Wetterlöse im Bereich von zehn Prozent im Vergleich zu 2012 steigern konnten. Und auch bei der Besucherzahl pro Renntag sollten wir uns verbessert haben haben“, sieht Schöningh dem Ostersonntag 2014 als geplantem Saisonauftakt mit Vorfreude entgegen.