Union Berlin

Doppelter Brandy sorgt für gute Laune bei Union

Beim 3:0 in Paderborn schießt der Stürmer zwei Tore und sichert den dritten Tabellenplatz

Vollständig von Paderborn loslassen kann er immer noch nicht. Dafür hat Sören Brandy einfach zu gute Jahre erlebt als Angreifer des dort beheimateten SC. „Ich bin noch oft in Paderborn, besuche die Jungs von früher“, sagte der 28-Jährige. Doch noch im gleichen Atemzug fügte er hinzu: „Jetzt spiele ich in Berlin und gebe alles für den 1. FC Union. Das hat mit zwei Toren heute ganz gut geklappt.“ Brandys erster Doppelpack für den Berliner Fußball-Zweitligisten brachte den ersten Union-Sieg überhaupt in Paderborn auf den Weg. Und durch das 3:0 (1:0) ist auch klar: Union bleibt als Dritter so im Aufsteigerbereich.

Der Auftritt in Westfalen zählte sicherlich zu solchen, die man nicht unbedingt in einem Jahresrückblick wiederfinden möchte. Den Berlinern schien drei Tage nach dem Sprung ins Achtelfinale des DFB-Pokals in Osnabrück (1:0) ein wenig die Frische zu fehlen. Da auch den Hausherren vor 7512 Zuschauern wenig einfiel, plätscherte die Partie in den ersten 45 Minuten auch nur dahin. Kaum Bewegung, noch weniger Torszenen, der Schuss von Paderborns Jens Wemmer nach sieben Minuten war die einzige herausgespielte.

„Ich glaube, jeder hier hat gesehen, dass wir in der ersten Hälfte überhaupt nicht im Spiel waren. Uns gelang nur ein Torschuss. Dass der auch noch drin war, spielte uns natürlich in die Karten“, sagte Union-Trainer Uwe Neuhaus.

Tatsächlich entsprang die Führung der Gäste einem Zufallsprodukt. Es war ein Gewusel vor dem Paderborner Strafraum, als Stürmer Adam Nemec den Ball nach außen spielen wollte. Vom Paderborner Alban Meha prallte der Ball jedoch in Richtung Tor ab. Brandy, listig wie immer, erkannte die Situation am schnellsten, kam vor dem aus seinem Tor eilenden Lukas Kruse an den Ball und schob ein. Exakt 40 Minuten waren da gespielt. „Paderborn hat Druck gemacht, wir aus dem Nichts das 1:0“, sagte der Torschütze.

Startelf mit vier Änderungen

Im Vergleich zum Pokalspiel am Mittwochabend hatte Neuhaus vier Änderungen vorgenommen. Marc Pfertzel ersetzte wieder Björn Kopplin auf der rechten Abwehrseite, Michael Parensen spielte statt Patrick Kohlmann links. Nemec stand für Simon Terodde wieder im Angriff, und im rechten Mittelfeld bekam Brandy den Vorzug vor Martin Dausch. Lediglich Roberto Puncec durfte wieder in der Innenverteidigung auflaufen, Christian Stuff hatte erneut das Nachsehen. Dennoch „haben wir über 45 Minuten nichts zugelassen“, analysierte Paderborns Coach Andre Breitenreiter: „Und plötzlich liegen wir hinten. Und mit dem zweiten Torschuss macht Union das 2:0.“ Genau das war der Unterschied an diesem Nachmittag. Während die Paderborner in Halbzeit zwei zwar viel Aufwand betrieben, um die gut stehenden Gäste in Verlegenheit zu bringen, blieben die Unioner vor dem Tor eiskalt. Hinzu kam das Glück, das es braucht, um solche Spiele zu gewinnen. Denn plötzlich lag der Ball im Netz von Union-Keeper Daniel Haas, Mahir Saglik hatte per Kopf getroffen. Doch Schiedsrichter Marco Fritz (Korb) verweigerte dem Treffer die Anerkennung. Patrick Ziegler war im Strafraum gestolpert und hatte im Fallen Unions Fabian Schönheim einfach mitgerissen. Der Abwehrspieler hatte dadurch nicht mehr in die Szene eingreifen können.

An den beiden weiteren Union-Treffern gab es hingegen nichts auszusetzen. Elf Minuten vor dem Ende wurde der Ball raus auf die linke Seite zu Benjamin Köhler gespielt. Der Berliner schaute kurz, flankte in den Strafraum, wo Brandy bereits herangeflogen kam. Die Kopfball-Verlängerung der Hereingabe flog unhaltbar zunächst an den Innenpfosten und dann ins Tor – die Entscheidung in der 79. Minute. „Das 2:0 fällt dann natürlich zur richtigen Zeit“, kommentierte Neuhaus.

Mattuschka trifft wieder

Doch damit nicht genug. Denn endlich konnte auch Torsten Mattuschka seine Durststrecke beenden. Knapp 20 Monate hatte der Union-Kapitän warten müssen, bis er endlich wieder einen Freistoß direkt in des Gegners Tor unterbringen konnte. Sein Schuss von der linken Seite segelte gestern an Freund und Feind vorbei hinein ins Union-Glück (85.).

Zuletzt war ihm dies am 3. Februar 2012 gelungen – beim 2:3 in Paderborn. „Insgesamt freuen wir freuen uns über eine gelungene Woche mit den drei Punkten und dem Einzug in die dritte Pokalrunde“, so Neuhaus. Am Freitag (18.30 Uhr) kommt der SV Sandhausen in die Alte Försterei.