Champions Trophy 2013

Viel Aufwand für den Nachwuchs

In Wannsee werden auch Kinder gefördert, deren Eltern sich Golf nicht leisten können

Am Wochenende findet im Winston Golfclub im Mecklenburg-Vorpommern das Finale der Kramski Golf Liga statt. Der in diesem Jahr vom Deutschen Golfverband neu gestartete Wettbewerb soll den ab 2016 ja olympischen Leistungssport Golf in Deutschland fördern und einen besseren Leistungsvergleich der Spieler ermöglichen.

Gespielt wurde in dieser Saison an fünf Spieltagen in ganz Deutschland, statt wie bisher nur an einem Wochenende. Die beiden besten Damen- und Herren-Mannschaften der 1. Bundesliga Nord und Süd treten am 28. und 29. September mit jeweils acht Spielern auf dem 20 Kilometer von Schwerin entfernten Links-Course an. Der Sieger darf sich Deutscher Mannschaftsmeister nennen. Aus der Region Berlin-Brandenburg hat es nur die Damen-Mannschaft des Golf- und Landclubs Wannsee geschafft, sich für das Final Four zu qualifizieren. „Dazu muss man auch sagen, dass der Modus extrem hart ist. Von fünf Mannschaften steigen zwei ab. Das müsste man im nächsten Jahr vielleicht ändern“, meint Mario Hansch, Cheftrainer im Golfclub Wannsee und Co-Nationaltrainer der Mädchen und Damen.

Als Favorit gehen die Wannseer Damen nicht ins Finale, da die beste Spielerin, Lara Katzy, verletzungsbedingt ausfällt. „Die Mannschaft vom Münchner Golfclub ist sehr stark, aber beim Matchplay ist immer alles drin“, sagt Hansch. Er sieht die Einführung der neuen Liga positiv: „Für den Sport ist das gut, erfordert allerdings einen erheblichen organisatorischen Aufwand für die Klubs und die Spieler“, gibt er zu bedenken. Dazu gehören bis zu drei Trainingseinheiten pro Woche, Turnierreisen und Trainingsfahrten. Besonders stolz ist man in Wannsee auf das Jugendförderprogramm, in das junge talentierte Spieler aufgenommen werden, deren Eltern nicht Mitglieder im exklusiven Golfclub sind. Diese besonders geförderten jungen Golfer bilden die Basis der erfolgreichen Mannschaften. „Leistung ist nicht zum Nulltarif zu haben, ohne Sponsoren und letztlich auch die Mitglieder des Golfclubs könnten wir das nicht machen.“, sagt Mario Hansch.

Zur Wannseer Damen-Mannschaft gehört auch die 16-jährige Linda Sophie Trockel (Handicap 0,5), die in der dritten Saison in Wannsee trainiert und sich von Handicap 15 auf 0,5 steigerte. Bei der Morgenpost Champions Trophy 2013 landete sie mit dem Wannsee-Team auf dem dritten Platz, nachdem die Wannseer jahrelang zu den Dauer-Siegern des Morgenpost-Turniers gehörten. Trainer Hansch sieht das gelassen: „Wir freuen uns, wenn auch mal die anderen gewinnen.“ In diesem Jahr siegte das Team aus dem Golfclub Gatow. Deren Damen-Mannschaft konnte sich aber nicht für das Finale der Deutschen Golfliga qualifizieren. „Aber der Sieg bei der Champions Trophy ist für uns eine schöne Motivation anzugreifen, um wieder in die erste Liga aufzusteigen“, meint Bernhard Neumann, Ehrenpräsident des ehemaligen britischen Golfclubs Gatow und stellvertretender Vorsitzender des Landes-Golfverbandes Berlin-Brandenburg. Die Einführung der neuen Golfliga sieht er im Hinblick auf die Attraktivität für Zuschauer und die Identifizierung der Mitglieder mit ihren Klub-Mannschaften positiv. Er gibt aber zu bedenken: „In der ersten und zweiten Bundesliga sind nur die sehr finanzkräftigen Vereine wie St-Leon-Rot und Hubbelrath. Für Klubs wie Gatow ist es sehr schwer, da mitzuhalten. Zusätzliches Geld vom Deutschen Golfverband gibt es nicht.“

Um den Erfolg der Strukturreform für realistisch zu beurteilen, würde es ein paar Jahre dauern, meint Neumann. Im Hinblick auf die olympischen Ambitionen sagt er: „Vielleicht trägt das neue Ligasystem dazu bei, dass mehr gute deutsche Amateur-Golfer Profis werden. Denn nur die werden bei Olympischen Spielen dabei sein“