Fußball

Hertha, Union und die Sehnsucht nach einem Pokalerfolg

Die Summe, die es allein vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) für das Erreichen des Achtelfinales im DFB-Pokal zu verdienen gibt, ist sicher kein Taschengeld. Doch jene exakt 463.722 Euro vom DFB stehen für die beiden in Runde zwei verbliebenen Berliner Vertreter trotzdem nicht im Vordergrund.

Für den Bundesligisten Hertha BSC geht es beim 1. FC Kaiserslautern (19 Uhr, Sky) darum, nach drei Ligaspielen ohne Sieg mit einem Erfolgserlebnis endlich wieder Selbstvertrauen zu sammeln. Und Zweitligist 1. FC Union hofft beim VfL Osnabrück (20.30 Uhr, Sky), endlich wieder eine zweite Pokalrunde zu überstehen.

„Jeder, der spielen wird, wird wissen, worum es geht. Wir verstecken uns nicht und gehen nicht mit Angst auf den Platz“, sagte Jos Luhukay. Der Hertha-Trainer fordert von seiner Mannschaft: „Wir wollen nicht hingehen und schön spielen. Mit schönem Spiel, auswärts und das auf dem Betzenberg, kommen wir nicht weiter.“

Dafür lässt Luhukay sein Team rotieren. Mit Sebastian Langkamp, Johannes van den Bergh und Peter Pekarik strich der Coach drei Spieler aus dem Pokalkader, die in Freiburg noch zur Startelf gehörten. Eine Vorsichtsmaßnahme, um dem zuletzt angeschlagenen Trio eine Pause zu gönnen. „Ich habe schon einmal eine ganze Mannschaft ausgetauscht. Nur bei den Torhütern halte ich nichts von einer Rotation“, sagte Luhukay. Mit dabei ist Maik Franz – ausgerechnet jener Abwehrspieler, der sich in den letzten beiden Spielen in Kaiserslautern schwer verletzte (Kreuzband, Schulterverletzung) und danach jeweils lange ausfiel. Ob Franz den verletzten John Brooks in der Innenverteidigung ersetzen wird, ließ der Trainer noch offen.

Fakt ist: So mutlos wie zuletzt beim 1:1 in Freiburg darf Hertha auf dem Betzenberg nicht auftreten. Kampf und Einsatz werden die Attribute sein, mit denen die Berliner zum Erfolg kommen können. Und die wichtig für das Selbstbewusstsein sind, soll es am Sonnabend im Bundesliga-Heimspiel gegen Mainz 05 (15.30 Uhr, Olympiastadion) nicht die nächste trostlose Vorstellung geben. „Allein Lob für gutes Spiel zu bekommen, ist nicht genug. Wir möchten auch erfolgreich sein. Gute Ergebnisse sind immer ein gutes Heilmittel mit Blick auf die nächste Partie“, sagte Luhukay.

Michael Preetz, Herthas Manager, hat zudem noch einen speziellen Wunsch für heute Abend: „Es ist wie jedes Jahr. Wir wollen das Spiel gewinnen, um den Traum vom Finale in Berlin am Leben zu erhalten. Aber es ist egal, was ich sage, die Mannschaft muss es umsetzen.“

Ähnlich sieht es Uwe Neuhaus. „Es ist sportlich erstrebenswert, das Achtelfinale zu erreichen. Man hat in verschiedenen Beispielen gesehen, dass so ein Sieg im Pokal auch Flügel verleihen kann“, sagte der Union-Trainer: „Der Pokal ist ein einzigartiger Wettbewerb, dafür muss man alles geben.“

Aus den Worten des Coaches spricht auch die Sehnsucht, mit Union endlich einmal die zweite Runde zu überstehen. Zuletzt standen die Köpenicker in der Saison 2001/02 in der Runde der letzten 16 Teams. Neben personellen Veränderungen denkt Neuhaus sogar über ein anderes Spielsystem nach.