Bundesliga

Nürnberg beschert Dortmund den nächsten Dämpfer

Mit einem netten Lächeln im Gesicht gab Jürgen Klopp dem vierten Offiziellen Christoph Bornhorst artig die Hand und präsentierte sich als vorbildlicher Fußball-Lehrer.

Drei Tage nach dem europaweit beachteten (Wut-)Ausbruch von Neapel war der Trainer von Borussia Dortmund in Franken nicht nur nach dem Spiel um gutes Benehmen bemüht.

Selbst das magere 1:1 (1:0) beim 1. FC Nürnberg nahm der 46-Jährige diesmal ohne große Emotionen hin. „Wir hätten gerne etwas besser gespielt, aber mit dem Punkt können wir leben“, sagte Klopp gelassen und fügte an: „Ich habe mich auch nicht bewusst zügeln müssen.“ Dafür hätte man seinem Team in Nürnberg drei Tage nach dem 1:2 in der Champions League in Neapel etwas mehr „kloppsche“ Aggressivität gewünscht. „Wir haben wieder einmal Punkte liegen lassen. Das ist uns im vergangenen Jahr häufig passiert. Das wollten wir dieses Mal eigentlich vermeiden“, meinte Nationalspieler Marcel Schmelzer entsprechend verärgert.

Dabei hatte es nach seinem sehenswerten Freistoß zum 1:0 (37.) nach einem unberechtigten Freistoß (Jakub Blaszczykowski war in Strafraumnähe einfach umgefallen) ganz gut ausgesehen. Doch die umformierte BVB-Elf, in der die weitgehend unbekannten Marvin Duksch und Erik Drum erstmals in der Startelf standen, schaffte es nach dem Ausgleich durch den allerdings im Abseits stehenden Per Nilsson (51.) trotz guter Chancen nicht mehr, den sechsten Ligasieg in Serie einzufahren. So musste nicht nur Klopp leicht frustriert feststellen, dass „mehr drin gewesen wäre“.

Es hätte aber auch weniger sein können, denn der eingewechselte Nürnberger Alexander Esswein brachte in der Nachspielzeit das Kunststück fertig, freistehend über das Dortmunder Tor zu schießen. „Dann kam Alex und hat für ein gerechtes Unentschieden gesorgt“, kommentierte Klopp den größten Aufreger einer ansonsten durchwachsenen Partie mit einem süffisanten Lächeln.

„Bei der Chance von Alex Esswein habe ich die drei Punkte schon abgehakt. Aber das wäre des Guten wohl zu viel gewesen“, meinte der zuletzt in die Kritik geratene Club-Coach Michael Wiesinger, für den das vierte Remis der Saison „letztendlich verdient war. Das war wichtig für die Moral. Nun müssen wir dranbleiben. Auf uns wartet eine schwere Aufgabe in Bremen.“