Handball

Heinevetter führt Füchse zum Sieg in Magdeburg

Berliner Handballer klettern auf Rang drei der Bundesliga

Nach der Schlusssirene rannten alle Spieler der Füchse Berlin zu ihrem Torhüter Silvio Heinevetter und umarmten ihn stürmisch. Er hatte eine Weltklasseleistung gezeigt und großen Anteil daran, dass sein Team mit 25:23 (13:8) das brisante Ost-Derby der Bundesliga beim SC Magdeburg gewann. Lange hatten die Berliner souverän agiert und klar geführt, gegen Ende wurde es allerdings noch einmal eng, als die Gastgeber bis auf zwei Tore Differenz herankamen. Aber dann hielt Heinevetter einen Siebenmeter. „Wir sind extrem zufrieden und mit 8:2 Punkten voll im Soll“, sagte der 28-Jährige.

Es war ein Spiel, wie es Heinevetter liebt. Schon bei der Team-Vorstellung wurde der Keeper, der einst aus Magdeburg nach Berlin gewechselt ist, gnadenlos ausgepfiffen. Er war der Buhmann in der Bördeland-Halle. Eine Rolle, die der Nationaltorhüter nicht ungern spielt. Er liebt es, wenn das Publikum gegen ihn ist. Das motiviert ihn besonders. „Ich bin das ja gewohnt“, meinte der „Mann des Tages“ lapidar. Iker Romero und Fredrik Petersen waren mit jeweils fünf Toren beste Werfer bei den Füchsen.

Mit Heinevetter als starkem Rückhalt kamen die Berliner gut in die Partie. Vor allem Spielgestalter Bartlomiej Jaszka (4) war in den ersten Minuten nicht zu halten. Trainer Dagur Sigurdsson wechselte mehrere Male im Rückraum, wo in der ersten Hälfte sowohl Pavel Horak als auch Konstantin Igropulo nicht so richtig zurecht kamen. Iker Romero und Fabian Wiede nahmen ihre Plätze ein. Füchse-Tore fielen vermehrt vom Kreis, wo der starke Jesper Nielsen (4) immer wieder in gute Position gebracht wurde.

Dass den Magdeburgern in den letzten 13 Minuten der ersten Hälfte nur zwei Treffer gelangen, lag an der hervorragenden Abwehrleistung der Berliner. Zur Pause lagen die Füchse mit fünf Toren Differenz in Front (13:8).

Auch nach dem Wechsel war es immer wieder Heinevetter, der „unfassbar“ hielt, wie es TV-Experte Stefan Kretzschmar ausdrückte. Bis auf acht Tore wuchs der Vorsprung der Berliner an (21:13/46. Minute). Aber der Vorsprung wirkte wie ein Schlafmittel, minutenlang ging nichts mehr, die Füchse verloren ihre Souveränität, nur noch 21:18 (53.). „Wir haben eben nicht so einen breiten Kader und waren stehend k.o.“, meinte Heinevetter.

Die Magdeburger witterten noch einmal ihre Chance gegen die nachlassenden Berliner. Der starke Romero traf dann endlich wieder zum 22:18, Mattias Zachrisson gelang das 24:20. Aber drei Minuten vor Ende hieß es erneut nur noch 24:22. Doch Romeros Siebenmeter zum 25:22 und der von Heinevetter gehaltene Strafwurf machten alles klar. Die Füchse sind jetzt in der Tabelle schon Dritter.