Eishockey

Auftakterfolg für die Eisbären

Beim 3:2 in Ingolstadt feiert Tomlinson ersten DEL-Sieg mit dem Meister

Verheißungsvoll verliefen die vergangenen Wochen nicht gerade, nur drei Siege gab es in der European Trophy für den EHC Eisbären in acht Spielen. So maue Bilanzen ist man beim Meister der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nicht gewohnt. Aber die Vorbereitung ist nicht unbedingt immer ein wirklicher Gradmesser für die Leistungsfähigkeit einer Mannschaft. Dort wird viel probiert, viel justiert, besonders dann, wenn wie beim EHC ein neuer Trainer das Zepter übernommen hat. Und ganz so schlecht hat der Deutsch-Kanadier Jeff Tomlinson die Zeit mit seinen Spielern offenbar doch nicht genutzt. Beim ERC Ingolstadt setzte sich der Titelverteidiger zum Auftakt der 20.Saison der DEL mit 3:2 (1:0, 1:0, 1:2) durch.

Mit dem Ziel, den Fokus auf die Defensive zu legen, hat der 43-Jährige beim siebenfachen Meister die Nachfolge von Don Jackson angetreten. Und im ersten Ligaspiel ließ sich durchaus erkennen, dass die Berliner dort etwas zielorientierter zur Sache gehen. Sie greifen weniger direkt an, sondern versuchen, die Gegenspieler aus der Bahn zu drängen und so den Abschluss zu verhindern. Auch wird vor dem eigenen Tor konsequenter gearbeitet.

Die Notwendigkeit zu Letzterem bestand in der Tat, denn problemlos funktioniert die neue Ausführung der Abwehrarbeit noch nicht. Ingolstadt konnte Torhüter Rob Zepp doch recht häufig prüfen. Doch im Verbund aller EHC-Profis auf dem Eis konnte die Gefahr meist gebannt werden – was die Ingolstädter langsam verzweifeln ließ.

Verteidiger Hördler mit Auge

Dagegen behielten die Berliner stets die Ruhe, was ihnen dadurch erleichtert wurde, dass sie gleich mit dem ersten Schuss in Führung gingen. Frank Hördler hatte aus der eigene Zone tief gepasst, und Kapitän André Rankel schoss zum 1:0 ein (3.). Offensiv ließen es die Berlinern danach lange ruhig angehen. Doch Unstimmigkeiten bei der Raumaufteilung der Gastgeber, die in Niklas Sundblad ebenfalls mit neuem Trainer und verändertem System spielen, verschafften dem EHC hin und wieder Lücken. Dabei zeigte Verteidiger Hördler ein besonders gutes Auge, wieder spielte er einen Pass aus dem eigenen Drittel und bediente diesmal Laurin Braun, der zum 2:0 traf (33.).

Mit einem Penalty hätte Hördler die Vorentscheidung erzwingen können (37.), stattdessen kam Spannung auf. Ingolstadt investierte noch mehr Energie und glich durch Treffer von John Laliberte (44.) und Jean-Francois Boucher (48.) aus. Die Berliner, bei denen die Debütanten Kris Sparre, Shawn Lalonde und Alex Trivellato solide spielten und sogar alle punkteten, sammelten sich allerdings schnell und orientierten sich mehr nach vorn. Im Nachsetzen eroberte Braun dabei im Angriffsdrittel einen bereits verlorenen Puck und erzielte anschließend den Siegtreffer zum 3:2 (51.) für den EHC, der am Sonntag gegen Iserlohn Heimpremiere hat.