Schwimmen

Britta Steffen lässt Schwimmverband wieder zappeln

Der neue Bundestrainer Henning Lambertz will mit zwei Maßnahmen die Wende im kriselnden deutschen Schwimm-Team herbeiführen.

Zum einen wird der 42-Jährige in Zukunft auf härteres und ganzheitlicheres Training drängen, zum anderen will er einen neuen Qualifikations-Modus für den Saisonhöhepunkt einführen.

„Fakt ist eins: Ein ‚Weiter so‘ kann es nicht geben. Ich werde mit Volldampf daran arbeiten, meine Ideen durchzusetzen“, sagte Lambertz. Bislang mussten die Schwimmer einige Monate vor einer WM, EM oder vor Olympia um ihr Ticket kämpfen. Die teils desolate WM in Barcelona hat jedoch gezeigt, dass die meisten Athleten es nicht schaffen, die guten Leistungen vom Frühjahr ein paar Monate später auch beim Saisonhöhepunkt abzurufen. Deswegen will Lambertz die Qualifikation künftig nach internationalem Vorbild bei so genannten Trials wenige Wochen vor dem Jahreshöhepunkt abhalten. „Wer weniger Zeit zwischen den Terminen hat, macht auch weniger Fehler“, meint Lambertz. Das Konzept soll bereits zur Heim-EM 2014 in Berlin (18. bis 24. August) greifen.

Für Weltrekordlerin Britta Steffen würden Sonderregeln gelten – wenn die 29-Jährige denn überhaupt ihrer Karriere fortsetzt. Noch immer schweigt die Doppel-Olympiasiegerin von 2008 über ihre sportliche Zukunft. „Ich hoffe, dass sie sich in ein, zwei Wochen positioniert und eine Entscheidung trifft“, sagte Lambertz. Die Lebensgefährtin Paul Biedermanns, der nach einem halben Jahr Pause wieder ins Training eingestiegen ist, wird in Kürze an der Martin-Luther-Universität in Halle/Saale ihr (zweites) Studium Human Resource Management (Personalwesen) beginnen und will dann erst einmal ausprobieren, ob überhaupt noch genügend Zeit für eine sinnvolle EM-Vorbereitung bleibt.

Wie schlecht es um das Basisniveau vieler seiner Schwimmer bestellt ist, davon konnte sich Lambertz beim Trainingslager seines Perspektivteams in Zinnowitz ein Bild machen. „Einer ist nach zwölf Liegestützen zusammengebrochen und auf dem Bauch gelandet. Das war teilweise ein Desaster, was ich da gesehen habe“, so Lambertz.