Handball

Füchse erleichtert nach einem harten Stück Arbeit

Berlins Handballer schlagen Göppingen mit 28:23

Siebenmeter für die Füchse. Iker Romero schreitet in der Schmeling-Halle an die weiße Linie, er prellt den verklebten Handball auf das Parkett. Viermal, fünfmal, dann spannt er seinen rechten Arm nach hinten und zieht ab. 16:15 für die Füchse. Nur ein paar Sekunden später das gleiche Schauspiel. 17:15. Die Menge tobt. Binnen einer Minute erzielt der Spanier vor 5828 Zuschauern zwei Tore und bringt die Berliner Handballer gegen Frisch Auf Göppingen auf Siegerstraße. Am Ende jubeln die Füchse ausgelassen über das 28:23 (15:14) im zweiten Bundesliga-Heimspiel.

„Wir sind sehr, sehr glücklich, das war ein hartes Stück Arbeit. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir sehr gut verteidigt“, war Füchse-Coach Dagur Sigurdsson erleichtert. Für zwei Spieler war diese Partie etwas Besonderes. Pavel Horak und Evgeni Pevnov. Sechs Jahre lang hatte der Tscheche Horak für Frisch Auf gespielt, ehe er im Sommer bei den Füchsen anheuerte. Der Rückraumhüne suchte eine neue Herausforderung – und fand sie in Berlin. Pevnov hingegen zog es nach zwei Jahren Hauptstadt, wo er zum Nationalspieler heranwuchs, in die schwäbische Provinz. Für Aufsehen sorgten zunächst aber andere. Tino Igropulo hämmerte zum Auftakt einen Siebenmeter in die Maschen zum 1:0 für die Füchse. Bis zum 6:6 (14. Minute) verlief die Partie ausgeglichen, danach konnten sich die Berliner leicht absetzen. Igropulo schloss einen Gegenstoß zum 8:6 ab.

Und dann durfte er aufs Feld (15.), Pavel Horak. Gerade einmal 120 Sekunden später riss der Nationalspieler beide Arme hoch und schrie seine Freude heraus. Mit einem wuchtigen Wurf hatte er zuvor das erste Tor gegen seinen Ex-Klub erzielt. Und weil’s so schön war, legte er wenig später einen zweiten Treffer nach.

Die Partie wurde mit vollem Körpereinsatz geführt, das erfuhr vor allem Berlins Kreisläufer Jesper Nielsen. Der Schwede musste ein ums andere Mal mit dem Eisbeutel behandelt werden. Beide Teams verlangten sich höchste Konzentration ab, kein Ball wurde leichtfertig hergegeben. Im Tor der Füchse zeigte Silvio Heinevetter eine starke Leistung.

Nach dem Seitenwechsel kam der große Auftritt von Iker Romero. Dank seiner Tore spielten sich die Berliner einen klaren Vorsprung heraus – der Spanier verwandelte insgesamt vier Strafwürfe – und im Tor wuchs Heinevetter immer mehr über sich hinaus. 24:19 stand es zwölf Minuten vor Schluss, die Vorentscheidung. Zwar gaben die Göppinger nicht auf, doch am Ende setzte sich die individuelle und spielerische Überlegenheit der Füchse verdient durch.