Tennis

Sabine Lisickis Aus in New York: „Nicht so schlimm wie Wimbledon“

Tennisprofi Angelique Kerber (25) spielt bei den US Open so stark auf wie noch nie in dieser Saison, fast schon so stark wie in ihren besten Zeiten auf den Centre Courts des Tourzirkus.

Kein Zufall also, dass die 25-jährige Kielerin nach dem blitzsauberen 6:0, 6:4-Sieg über die Estin Kaia Kanepi als letzte deutsche Frau im größten Tennisspektakel der Welt übrig blieb, nachdem Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki nach großem Kampf, aber doch verdient 4:6 und 5:7 gegen die Russin Ekaterina Makarowa ausschied. „Seit ich hier bin, ist jeglicher Druck von mir abgefallen. Ich spiele befreit und locker auf“, sagt Kerber, die Weltranglisten-Neunte.

So setzte sich auf den harten Betonböden von Flushing Meadows auch das Wechselspielchen im deutschen Damenlager munter fort – die regelmäßigen Auf- und Abschwünge von Spielerinnen an verschiedenen Einsatzorten. „New York ist die absolute Wohlfühlzone für Angie, Wimbledon so etwas wie das Tennisparadies für Sabine Lisicki“, sagte Bundestrainerin Barbara Rittner vor Kerbers Achtelfinale gegen die Spanierin Carla Suarez-Navarro.

Und Lisicki? Sie spielte in diesem Sommer einfach zu wenig Tennis, auch wegen Verletzungsproblemen im Handgelen. „Die Enttäuschung ist da, aber nicht so schlimm wie in Wimbledon“, sagte die 23-jährige Berlinerin. „Viel vorwerfen“ könne sie sie nicht, so Lisicki, „ich habe gekämpft bis zum letzten Moment und gegen eine bessere Spielerin verloren. An irgendwelchem Druck nach Wimbledon hat das nicht gelegen.“ Mit dem Drittrunden-Aus schmolzen aber auch die Chancen, sich noch für einen der acht Plätze bei der WM im Oktober in Istanbul zu qualifizieren.