Tennis

Lisicki enttäuscht in Runde drei der US Open, Haas gewinnt

55 Tage nach dem verlorenen Wimbledon-Finale ist für Sabine Lisicki der Traum vom großen Coup in New York vorzeitig geplatzt.

Die 23-jährige Berlinerin verpasste bei den US Open durch ein 4:6, 5:7 in ihrem Drittrundenmatch gegen Jekaterina Makarowa (Russland) den Sprung ins Achtelfinale von Flushing Meadows.

Enttäuscht lief Lisicki nach dem 1:35 Stunden dauernden Duell vom Grandstand – ihr berühmtes Lachen war höchstens ansatzweise zu erkennen. Zeit für die Fans nahm sie sich trotzdem noch und schrieb Autogramme. Trotz fehlender Matchpraxis auf Hartplatz war die an Position 16 gesetzte Lisicki als eine der Mitfavoritinnen in den Big Apple gereist. Ihr Mentor Nick Bollettiei hatte ihr sogar den Titel beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres zugetraut.

Bollettieri-Schüler Tommy Haas indes ließ sich auch vom Sohn eines taiwanesischen Hühnerfarmbesitzers nicht von seiner US-Open-Mission abbringen und zog in die dritte Runde ein. Der 35-Jährige besiegte Yen-Hsun Lu mit 6:3, 6:4, 7:6 (7:3). Nach 2:21 Stunden beendete Haas seine Partie mit einem Ass. Im Match um den Sprung ins Achtelfinale trifft der an Position zwölf gesetzte Haas nun auf Mihail Juschni (Russland/Nr. 21), den er zuletzt bei den French Open bezwungen hatte. Auch Philipp Kohlschreiber (Augsburg/Nr. 22) steht bereits in Runde drei. Benjamin Becker (Orscholz) scheiterte nach zwei vergebenen Satzbällen im ersten Durchgang mit 6:7 (2:7), 2:6, 2:6 am topgesetzten Serben Novak Djokovic.

Lisicki hatte alles unternommen, um für die große Aufgabe bei einem ihrer Lieblingsturniere gerüstet zu sein. Sogar das Hotel hatte die Fed-Cup-Spielerin gewechselt, weil in der alten Herberge die Renovierungsarbeiten zu laut waren. Doch in den entscheidenden Momenten war ihr die fehlende Matchpraxis anzumerken. Wegen einer Handgelenkblessur hatte die von den amerikanischen Fans umjubelte Lisicki zuvor nur drei Spiele auf Hardcourt bestreiten können.

Zwar kämpfte sich die Berlinerin im ersten Satz nach einem 2:5-Rückstand noch einmal auf 4:5 heran, doch die zweimalige Australian-Open-Viertelfinalistin Makarowa behielt bei schwülem Spätsommerwetter kühlen Kopf. Im zweiten Durchgang gelang der Russin dann das entscheidende Break, als sie Lisicki beim 5:5 das Service abnahm. Insgesamt kamen bei der Deutschen nur 56 Prozent ihrer ersten Aufschläge. Somit bleibt das Achtelfinale im Jahr 2011 Lisickis bestes US-Open-Resultat.