Weltmeisterschaft

Kanu-WM in Duisburg: Rauhes Revanche nach Plan

Der erste Teil war kein Problem, obwohl sie gegen die Besten antreten mussten.

Das betrachten Ronald Rauhe und Jonas Ems sogar als Vorteil. „Das ist ein guter Maßstab, auch für unsere Taktik“, sagt der Berliner Rauhe, der gemeinsam mit dem Essener Ems bei der Kanu-Weltmeisterschaft in Duisburg im Kajakzweier im Sprint über 200 Meter antritt. Gegen die Russen Alexander Djatschenko und Juri Postrigai, die Olympia- und Seriensieger, hatten sie das Nachsehen im Vorlauf, aber das gehörte zum Plan.

Der setzte schon im Frühjahr an, da fuhren Rauhe und Ems noch relativ weit hinter den Russen hinterher. Seitdem schlichen sich die beiden mit jedem Rennen näher an die Konkurrenten heran. Bei der Europameisterschaft, als sie Zweite wurden, war der Abstand so gering wie nie.

Die EM fand im Juni statt, danach wurde viel probiert. „Wir haben versucht, alles auf die Hundertstelsekunde zu optimieren. Das ist, als würde man eine Nadel im Heuhaufen suchen“, erzählt Rauhe, der für den KC Potsdam startet. Ob sie der Perfektion der Russen nun nahe kommen, ist dabei gar nicht so wichtig. Rauhe setzt mehr auf den psychologischen Faktor. Bislang zogen die Olympiasieger einsam und unangefochten ihre Bahnen. „Wir wollen sehen, wie sie reagieren, wenn sie bedrängt werden. Vielleicht bleiben sie dann nicht mehr so ruhig“, sagt der 31-jährige, der bei Olympia 2012 mit Ems eine schwere Niederlage erlitt und Letzter wurde im Finale. Er hofft, dass die Seriensieger unter Druck kleine Fehler begehen, die Rauhe und Ems eine Chance auf den Titel eröffnen.

Am Sonntag erlebt die Theorie ihre praktische Erprobung. Vorher kommen am Sonnabend aber noch die Halbfinals. Die sollten allerdings kein Problem werden für das deutsche Sprint-Duo.