Kritik

Bach gerät vor Wahl im IOC unter Druck

Thomas Bach (59), der am 10. September in Buenos Aires erster deutscher Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) werden will, wird verstärkt mit unbequemen Fragen zu seiner Vergangenheit konfrontiert.

Es geht dabei auch um die Tatsache, dass der DOSB-Boss zeitgleich Vorsitzender der Ghorfa ist, einer Gruppe, die für deutsche Unternehmen Kontakte in die arabische Welt knüpft. „Wenn der Präsident der Ghorfa gleichzeitig in einem Gremium Führungspositionen anstrebt, das eigentlich für Völkerverständigung und Frieden stehen möchte, dann habe ich kein gutes Gefühl, gerade wenn ich sehe, wie sehr die Ghorfa Rüstungsimporte unterstützt und wie wenig sie sich offensichtlich um menschenrechtlich verantwortliches Unternehmensverhalten kümmert“, sagte Mathias John von Amnesty International dem ARD-Magazin „Monitor“. Reinhold Robbe von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft sagte in „Monitor“: „Herr Bach muss sich schon gewisse Fragen gefallen lassen, wie er seine neutrale Position auch als einer der führenden Sportfunktionäre in der Bundesrepublik Deutschland vereinbaren will mit der Praxis, die gegen Israel von der Ghorfa betrieben wird.“

Bach reagiert kurz vor dem sportpolitischen Weltereignis dünnhäutig und versucht, kritische Berichterstattung mit Hilfe seines Anwalts zu verhindern.