Spielergebote

Draxlers Gala lässt Schalke schon wieder zittern

Englische Klubs bieten nunirre Summen für 19-Jährigen

Der 20-Millionen-Euro-Jackpot war gerade geknackt, da ging die emotionale Schalker Achterbahnfahrt direkt weiter. Gerüchte um einen Verkauf von Julian Draxler sorgten für helle Aufregung. Und Sportdirektor Horst Heldt läutete mit der Verpflichtung von Dennis Aogo vom Hamburger SV die heiße Phase bis zum Ende der Transferperiode ein.

Der FC Schalke kommt nach dem nervenaufreibenden 3:2 (1:0) bei Paok Saloniki und dem glücklichen Einzug in die lukrative Champions-League-Gruppenphase nicht zur Ruhe. Vor dem Abflug aus Saloniki heizte Sportdirektor Horst Heldt die Gerüchteküche noch einmal an. Angesprochen auf einen Bericht der „Sport-Bild“, dass Schalke nun doch einen direkten Verkauf von Draxler anstrebe, sagte Heldt: „Wir planen mit Julian, aber wenn jetzt ein Angebot über 70 Millionen kommt, was sage ich dann? Wir planen mit ihm, alles andere in dieser verrückten Fußball-Welt kann ich nicht beeinflussen.“

Man solle mal bei Tottenham Hotspur nachfragen, ergänzte Heldt, „ob die davon ausgegangen sind, dass Bale geht“. Spurs-Star Gareth Bale steht vor einem Wechsel zu Real Madrid, im Gespräch ist eine Ablöse von 91 Millionen Euro.

Draxler selbst, der mit einem Tor und einer Vorlage maßgeblichen Anteil am Befreiungsschlag hatte, war nach dem Sieg in Saloniki erstaunlich reserviert geblieben. „Alles gut ist jetzt natürlich nicht“, sagte der 19-Jährige: „Wir wissen, dass wir in der Bundesliga stark unter Zugzwang stehen, endlich mal zu punkten. Deswegen: Es ist mit Sicherheit keine heile Welt auf Schalke.“

Die Königsblauen hatten nach der Vertragsverlängerung mit ihrem großen Hoffnungsträger bis 2018 überraschend Angebote von mehreren Klubs bekommen, die bereit waren, die festgeschriebene Ablöse von 45,5 Millionen Euro zu bezahlen und den Nationalspieler sofort zu verpflichten. Schalke und auch Draxler winkten ab – nun scheint doch noch eine Wende denkbar. Laut „Sport-Bild“ sollen der FC Arsenal, der FC Chelsea und Manchester City nach wie vor großes Interesse haben.

Konkreter wurde Heldt im Fall Dennis Aogo. Der Manager bestätigte, dass der Linksverteidiger vom HSV für ein Jahr ausgeliehen werde. Bedarf für weitere Verstärkungen für alle Mannschaftsteile ist vorhanden – außer im Sturm. Dort fällt zwar Torjäger Klaas-Jan Huntelaar (Teilriss des Innenbandes im Knie) aus. Entwarnung gab es indessen bei Adam Szalai. Nach der Rückkehr nach Gelsenkirchen ergab eine Untersuchung, dass der Ungar sich nicht dass Kahnbeinbruch gebrochen hat. Statt einer befürchteten Operation samt zwei Monaten Pause, wird Szalai konservativ behandelt. Der Stürmer kann normal trainieren und am Sonnabend gegen Bayer Leverkusen spielen.

Szalai, der sich am Tag vor dem Spiel in Saloniki im Training verletzt hatte, ignorierte nach seinem Doppelpack (43., 90.) die Schmerzen und zeigte ein Dauerlächeln. „Das interessiert mich nicht. Ich bin nur froh, dass wir weitergekommen sind“, sagte Szalai, „ich weiß nicht, wie schlimm es ist. Aber ich hatte große Schmerzen, musste mit Schmerzmitteln spielen und bin auch draufgefallen.“

Erst Szalais Last-Minute-Treffer zum 3:2 hatte die Schalker erlöst, davor war Zittern angesagt. Nach Szalais 1:0 (43.) sorgte Draxlers 2:1 (67.) für ein Kuriosum. Supertalent Max Meyer (17) hatte das Tor vorbereitet, um nur acht Minuten nach der Einwechslung wieder ausgetauscht zu werden. Weil Jermaine Jones Gelb-Rot (64.) gesehen hatte, stärkte Trainer Keller umgehend die Defensive.

In jedem Fall arbeitet Manager Heldt unter Hochdruck. Zwar kann er auf rund 20 Millionen Euro Einnahmen aus der Königsklasse rechnen. Er bräuchte aber, sollte Draxler tatsächlich gehen, einen hochkarätigen Ersatz. Noch offen ist, ob Stürmer Teemu Pukki zu Celtic Glasgow wechseln wird. Die Transferliste schließt am Montag, dem 2. September.