Leichtathletik

„Berlin fliegt“ soll Nachahmer in Moskau und Peking finden

Die vorbeiflanierenden Touristen werden sicher staunen, wenn sie heute vor dem Brandenburger Tor fliegende Menschen sehen.

Vor historischer Kulisse, auf dem Pariser Platz, findet ab 13 Uhr (ARD, Ausschnitte ab 16 Uhr) bei freiem Eintritt die dritte Auflage von „Berlin fliegt“ statt. Jede der teilnehmenden Nationen Deutschland, Frankreich, Russland und USA schickt eine Weitspringerin, einen Weitspringer und einen Stabhochspringer an den Start.

Insgesamt vier Runden gibt es, am Ende jedes Durchgangs mit einer Weitspringerin, einem Weitspringer und einem Stabhochspringer wird abgerechnet. Für die Nation mit dem weitesten/höchsten Sprung werden jeweils vier Punkte gutgeschrieben, Platz zwei bekommt drei Zähler, der Dritte zwei und der Vierte noch einen Punkt. Ungültige Versuche werden mit null Punkten geführt. Maximal können so pro Durchgang zwölf Zähler erreicht werden.

Die Athleten haben beim Stabhochsprung nicht wie sonst üblich drei Versuche für eine Höhe. Bei dem Meeting im Berliner Zentrum zählt jeder Versuch, jeder Springer wählt seine erste Höhe selbst. Sie darf in den folgenden Durchgängen nicht verringert werden, auch wenn die Konkurrenz Schwächen zeigen sollte. „Dieses Pokern macht mir großen Spaß“, sagt Raphael Holzdeppe. Der 23-jährige Weltmeister von Moskau ist der Star der Veranstaltung. Das deutsche Team wird durch die Weitspringer Christian Reif und Sosthene Moguenara komplettiert. Im US-Team steht Weitsprung-Weltmeisterin Brittney Reese.

„Wir kommen mit unseren Athleten zu den Menschen“, sagt Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Es gehe darum, „die Faszination erfahrbar zu machen“. Zudem will Berlin noch einmal spektakuläre Bilder liefern, schließlich werden im November die Europameisterschaften 2018 vergeben. Berlin ist einzig verbliebener Kandidat, die Stadt hat die Titelkämpfe so gut wie sicher.

Die Veranstalter denken bereits über eine Ausweitung des Events in der City zu einer Serie ähnlich der Vierschanzentournee der Skispringer nach. „Wir sind in einem Stadium des Abfragens von Interessenten. Das Interesse bei anderen potenziellen Partnern ist sehr groß, und die Chance für die Verwirklichung dieser Konzeption scheint ebenfalls sehr groß“, sagt Prokop. Städte wie Moskau, Peking oder Los Angeles sind im Gespräch.