Reitsport

Dressur-Equipe gewinnt erstmals seit 2005 EM-Gold

„Sie ist die Heldin“, rief Isabell Werth, als Helen Langehanenberg noch im Sattel ihres Hengstes Damon Hill saß.

Als Schlussreiterin rettete Langehanenberg dem deutschen Dressur-Team in Herning/Dänemark mit ihrem famosen Ritt das EM-Gold, das morgens fast schon verloren schien. „Ich bin fix und fertig“, kommentierte Bundestrainerin Monica Theodorescu den knappen Sieg vor den Niederlanden und Großbritannien, „das war spitze von Helen.“

Dank Langehanenberg gewann die Mannschaft in Dänemark erstmals seit 2005 EM-Gold. Die 31-Jährige aus Billerbeck blieb cool, obwohl Kristina Sprehe aus Dinklage mit Desperados zuvor eine fehlerhafte Vorstellung abgeliefert und den Sieg in Gefahr gebracht hatte. „Ich habe gezittert wie noch nie“, berichtete Sprehe, „ich kann gar nicht glauben, dass es doch geklappt hat.“ Langehanenberg war eiskalt geblieben und hatte eine nahezu perfekte Leistung abgeliefert. „Ich wusste schon, dass es schwierig wird“, sagte sie nach ihrem ersten EM-Gold genau an ihrem fünften Hochzeitstag.

Am Tag zuvor hatten Debütantin Fabienne Lütkemeier aus Paderborn mit D'Agostino und die routinierte Isabell Werth aus Rheinberg mit Don Johnson starke Runden abgeliefert. „Sie ist mutig nach vorne geritten“, lobte die Bundestrainerin den ersten EM-Auftritt der 23-jährigen Lütkemeier. Anschließend ritt Werth bei ihrer elften EM-Teilnahme eine souveräne Runde und antwortete auf die Frage nach der Goldmedaille: „Wofür sind wir sonst hier?“