Handball

Der Traum von der Königsklasse lebt

Außenseiter Füchse trotzt HSV Hamburg im Hinspiel ein 30:30-Remis ab

Petr Stochl wusste nicht recht, ob er sich nun freuen sollte oder nicht. Mit 17 Paraden hatte der Tscheche eine überragende Leistung gebracht, doch ein Lächeln wollte dem Torhüter kaum über die Lippen huschen. „Es ist ein Unentschieden. Das heißt, alles ist noch offen“, sagte Stohl. Das 30:30 (18:15) im Hinspiel um die Champions-League-Qualifikation gegen den HSV Hamburg vor 7128 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle brachte in der Tat keine Vorentscheidung. Das Rückspiel findet am Freitag in der Hamburger O2 World statt (19 Uhr), der Sieger ist direkt für die Gruppenphase qualifiziert.

Für beide Mannschaften war es in der neuen Saison das erste Pflichtspiel. „Dafür war die Qualität bereits sehr hoch“, empfand Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson. „Die Hamburger haben stark angefangen. Wir hatten unsere Chancen, haben sie aber nicht gut genug genutzt. Es wird am Freitag schwer in Hamburg, aber wir werden alles geben.“

Die Füchse begannen gegen den favorisierten Champions-League-Sieger nervös und glücklos. Hatte es mit der Abstimmung in der Vorbereitung noch gut geklappt, fehlte diese nun hier und da. Der HSV dagegen spielte locker auf und übernahm gleich die Führung. Mit 6:11 lagen die Berliner nach 15 Minuten zurück. Höchste Zeit für Dagur Sigurdsson, in einer Auszeit seine Mannen wieder auf Kurs zu trimmen. Der Coach stellte auf eine 4:2-Abwehr um, brachte im Tor Petr Stochl für Silvio Heinevetter.

Eine gute Entscheidung, der Tscheche wehrte gleich mehrere Würfe der Hamburger ab und leitete so immer wieder Gegenstöße ein, die seine Angreifer dankend annahmen. Tor um Tor kämpften sich die Berliner wieder heran. Jesper Nielsen gelang unter dem Jubel der Fans der Ausgleich zum 12:12 (23.), drei Minuten später warf der Schwede seine Füchse gar erstmals in dieser Partie in Führung (14:13, 26.). Die Halle tobte.

Im zweiten Durchgang bauten die Füchse ihren Vorsprung aus. Colja Löffler mit einem sehenswerten Treffer erzielte das 20:16 (34.). Eine Vorentscheidung? Mitnichten, denn die Hamburger gaben nicht auf und schafften acht Minuten vor Schluss das 26:26. Sigurdsson nahm erneut eine Auszeit. Mit einem Doppelschlag des neuen Kapitäns Iker Romero schöpften die Platzherren neue Hoffnung im Kampf um die Königsklasse. Jetzt kam auch Heinevetter wieder ins Tor zurück, der 28-Jährige liebt ja die sogenannte Crunchtime. Tatsächlich gelangen dem Schlussmann zwei Paraden.

30:28 (28.) stand es zwei Minuten vor Schluss. Ausgerechnet jetzt spielten die Füchse in Unterzahl, Abwehrchef Denis Spoljaric saß eine Zeitstrafe ab. Der HSV nutzte seine Chance und glich aus. Der letzte Wurfversuch von Iker Romero blieb in der Hamburger Abwehr hängen.